Friedenssicherung und Konfliktmanagement durch die Vereinten Nationen (UNPAC)

Die Forschungs­gruppe „United Nations Peace­keeping and Conflict Manage­ment” (UNPAC) untersucht die Maß­nahmen und Unter­lassungen der Vereinten Nationen als Reaktion auf Kon­flikte. Sie konzen­triert sich darauf, wie die UNO durch verschiedene Arten von Maß­nahmen Ein­fluss und Macht ausübt und wie sie dabei auf Heraus­forderungen hinsichtlich ihrer insti­tutionellen Glaub­würdigkeit reagiert.

Foto von blauen Helmen und Schutzwesten mit UN Schriftzug.

Ziel ist es, das Reper­toire und die Ent­wicklung der Reaktionen der Vereinten Nationen im Laufe der Zeit und über verschie­dene Säulen des Systems hinweg abzu­bilden und so Muster und Quellen der Handlungs­fähigkeit zu iden­tifizieren. Anschließend werden detaillierte Fall­studien darüber durchge­führt, wie bestimmte Reaktionen ent­wickelt, unter­drückt oder umge­setzt werden. Um diese Fragen zu beant­worten, setzt die Forschungs­gruppe verschie­dene Methoden ein, darunter Python-basiertes Web-Scraping, qualitative Daten­analyse, Prozess­verfolgung, Interviews und teil­nehmende Beo­bachtung.

Die Forschung der UNPAC zielt darauf ab, über die missions­orientierte Forschung im Bereich der Friedens­sicherung hinaus­zugehen, indem sie sich auf das Spektrum und die Prozesse der Umsetzung von Konflikt­maßnahmen konzen­triert. Sie möchte einen Beitrag zu wissen­schaftlichen und politi­schen Debatten über die Reform der Vereinten Nationen, insti­tutionelle Effektivität, orga­nisatorische Handlungs­fähigkeit und die sich wandelnde Natur zeit­genössischer Konflikte leisten.

Foto: Marie Frechon via Flickr, CC BY-NC-ND 2.0.

Forschungsgruppenleitung

Xinyu Yuan

Xinyu Yuan

Mitglieder

Myriel Julie Mathez

Myriel Julie Mathez

Frederik Schissler

Dissertationen

Lange galten die Vereinten Nationen als zentraler Akteur bei der Beilegung inter­nationaler Konflikte. Sie entsandten Blauhelm­soldaten in Konfliktgebiete, halfen beim Wiederaufbau von Nachkriegs­ordnungen und verhandelten Friedens­abkommen. Doch die aktuelle Krise des Multi­lateralismus bedeutet für die Vereinten Nationen, dass ihre Funktion als Vermittler und Konflikt­manager zunehmend von anderen Akteuren übernommen wird. Staaten wie Katar oder die Türkei erweisen sich in internationalen Konflikten als neue Vermittler. In der Diskussion über eine Friedenssicherungs­mission in der Ukraine kommen die Vereinten Nationen als möglicher Partner nicht mehr in Betracht. Dies wirft die Frage auf: Welche Rolle werden die Vereinten Nationen in Zukunft noch als Manager internationaler Konflikte spielen? Dieser Frage widment sich das Dissertations­projekt.

Mittels rollen­theoretischer Ansätze wird untersucht, welche Vorstellungen Staaten, andere internationale und regionale Organisationen, zivil­gesellschaftliche Akteure und die UN-Bürokratie hinsichtlich der zukünftigen Rolle der Vereinten Nationen haben. Gegenstand der Untersuchung ist zudem der Umgang des UN-Sekretariats mit diesen zunehmend divergierenden Vorstellungen über die Rolle der Vereinten Nationen im inter­nationalen System. Die Analyse basiert auf der Auswertung von Statements, Papieren und Sitzungsprotokollen, die für UN-Berichte und im Rahmen des aktuellen Reform­prozesses UN80 verfasst wurden. Diese Dokumentenanalyse wird durch Interviews ergänzt. Darüber hinaus leistet das Projekt einen theoretischen Beitrag, indem es die bislang meist auf Staaten angewendete Rollentheorie für die Anwendung auf internationale Organisationen weiterentwickelt. Das Dissertations­projekt ist Teil der Forschungsgruppe UNPAC – Friedens­sicherung und Konfliktmanagement durch die Vereinten Nationen.

Frederik Schissler

Doctoral Researcher

Publikationen

  • The Peacebuilders Playground: Peacebuilding Practices in Timor-Leste
    | 2025
    Berutti, Emilian ; Yuan, Xinyu (2025): The Peacebuilders Playground: Peacebuilding Practices in Timor-Leste, International Peacekeeping, 1–28. DOI: https://doi.org/10.1080/13533312.2025.2524403
  • Rethinking UN Peace and Security Engagements in a Changing World
    | 2025
    Hellmüller, Sara; Badache, Fanny; Bara, Corinne; Caplan, Richard; de Coning, Cedric; Danso, Ferdinand Kwaku; Donati, Marco; Duursma, Allard; Felicio, Tânia; Fraihat, Ibrahim; Fung, Courtney J; Herz, Monica; Hilding Norberg, Annika; Iji, Tetsuro; Peter, Mateja; Pinaud, Margaux; Reefke, Lisa; Salaymeh, Bilal; Stepanova, Ekaterina; Stoller, Maximilian; Sulaymanov, Shuhrat; Williams, Stephanie; Yuan, Xinyu (2025): Rethinking UN Peace and Security Engagements in a Changing World, International Affairs. DOI: https://doi.org/10.1093/ia/iiaf190
  • Chinese Conceptions of Peace – Historical foundations and implications for contemporary conflict agency
    | 2025
    Abb, Pascal; Yuan, Xinyu; (2025): Chinese Conceptions of Peace – Historical foundations and implications for contemporary conflict agency, FriEnt Report, Bonn: FriEnt – Working Group on Peace and Development.
    Zur Publikation

Aktuelles

Lunch-Talk der Forschungsgruppe UNPAC zur UN-Reforminitiative UN80
Die Forschungsgruppe „United Nations Peace­keeping and Conflict Manage­ment” (UNPAC) stellte am 27. Oktober im PRIF ihre Agenda für die kommenden vier Jahre vor.