Myriel Julie Mathez

Doctoral Researcher

Myriel Julie Mathez ist Doctoral Researcher in der Forschungs­gruppe Friedens­sicherung und Konflikt­management durch die Vereinten Nationen am Programm­bereich Internationale Institutionen. Sie integriert akademische und praktische Perspek­tiven in ihrer Forschung zu Katastrophen in Konflikt­kontexten, UN-Inter­ventionen sowie zu humanitärer Hilfe, Friedens­arbeit und Entwicklungs­zusammenarbeit (u.a. durch die UN). Sie ist außerdem Mitglied der Forschungs­gruppe Ökologie, Klima und Konflikt.

CV

| seit September 2025
Doctoral Researcher am PRIF

| 01/2025–09/2025
Carlo-Schmid-Fellow und Consultant beim Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) im Disaster Risk Reduction and Recovery for Resilience Team in Genf, Schweiz

| 2021–2024
Master of Arts in International Organisations and Crisis Management, Friedrich-Schiller-Universität Jena

| 2022–2023
Auslandssemester an der Universität Haifa, Israel, und Praktikum bei EcoPeace Middle East in Ramallah, Palästina

| 2021–2024
Projektkoordinatorin beim Bildungswerk Sachsen, Deutsche Gesellschaft e.V., Leipzig

| 2019–2021
Bachelor of Arts in Human Rights, Universität Malmö, Schweden

| 2020
Auslandsemester an der Universität Bern, Schweiz

| 2019
Cultural Fellowship in Baku, Aserbaidschan

| 2016–2018
Studium der Rechtswissenschaften, Universität Leipzig

Dissertation

2025 war das Jahr mit den meisten Konflikten seit dem Zweiten Welt­krieg. Im selben Jahr wurden 358 (Natur-)Kata­strophen aufgezeichnet. Geografische Über­schneidungen von Kriegen und Kata­strophen haben besonders für die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten verheerende Aus­wirkungen. Sie sind besonders auf Hilfe und Unter­stützung angewiesen.

Mehr als 204 Millionen Menschen weltweit leben in Gebieten, die von Rebellen­gruppen kontrolliert oder umkämpft werden. Dort beteiligen sich Rebellen in einigen Fällen am Katastrophen­management, am Wieder­aufbau oder bei der Unterstützung Betroffener mit humanitärer Hilfe nach besonders schweren Katastrophen. Um Zugang zu den betroffenen Bevölkerungsgruppen zu erhalten und in Gebieten außerhalb staatlicher Kontrolle sicher Hilfe leisten zu können, sind externe Akteure, wie inter­nationale Organisationen im Bereich der humanitären Hilfe oder der Entwicklungs­zusammen­arbeit, häufig auf die Zustimmung und eine Zusammen­arbeit mit Rebellen­gruppen angewiesen. Diese Inter­aktionen sind Forschungs­gegenstand der Dissertation.

Obwohl Inter­aktionen zwischen Rebellen und inter­nationalen Organisationen, wie z.B. Zugangs­verhandlungen oder Koordination im Sicherheits­bereich, in der Praxis häufig vorkommen, sind sie bislang weitgehend unerforscht. Es ist wenig bekannt über die Bedingungen, unter denen inter­nationale Organisationen und Rebellen­gruppen interagieren, welche Formen diese Zusammen­arbeit annimmt und welche Aus­wirkungen sie auf die Bewältigung der jeweiligen Kata­strophe, der lokalen Konflikt­dynamik oder die beteiligten Parteien hat.

Diese Dissertation schließt diese Lücke, indem sie die Inter­aktionen zwischen inter­nationalen Organisationen und Rebellen­gruppen im Rahmen des Katastrophen­managements untersucht. Sie leistet einen Beitrag zu Debatten über Rebel Governance, die Arbeit inter­nationaler Organisationen im Feld und die Durch­führbarkeit von Katastrophen­prävention in Konflikt­gebieten – ein zunehmend dringliches Thema angesichts zunehmender Konflikte und der steigenden Intensität von Extrem­wetter­ereignissen.

Publikationen

  • Institutionelle Friedenssicherung: Reform oder Abstieg. Die Vereinten Nationen am Scheideweg
    | 2026
    Bethke, Felix; Hach, Sascha; Kroll, Stefan; Leonhard, Lucas Kori; Mathez, Myriel; Schissler, Frederik; Speyer, Johanna; Yuan, Xinju (2026): Institutionelle Friedenssicherung: Reform oder Abstieg. Die Vereinten Nationen am Scheideweg, in: Bonn International Center for Conversion (BICC)/Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (PRIF)/Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH)/Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) (eds), Friedensgutachten 2026, Bielefeld: transcript Verlag, 115–129.
    Zur Publikation

  • A Fair World Begins with a Fair Map: The UN Adopts Equal Earth Projection
    | 2026
    Mathez, Myriel J; McKee, Sarah; Birchinger, Sophia; Schissler, Frederik (2026): A Fair World Begins with a Fair Map: The UN Adopts Equal Earth Projection, PRIF Blog, Frankfurt/M..
    Zur Publikation

  • Reform or Decline: The United Nations at a Crossroads
    | 2026
    Yuan, Xinyu; Hach, Sascha; Leonhard, Lucas Kori; Mathez, Myriel Julie; Schissler, Frederik; Speyer, Johanna; Bethke, Felix; Kroll, Stefan (2026): Reform or Decline: The United Nations at a Crossroads, PRIF Working Paper, 73, Frankfurt/M.

Weitere Tätigkeiten

| seit 2025
Sprecherin des Arbeits­kreises Junge AFK (Arbeits­gemeinschaft für Friedens- und Konflikt­forschung)

| 2024–2026
Ehrenamtliche Researcherin am Heidel­berger Institut für Inter­nationale Konflikt­forschung (HIIK) im Konflikt Hamas et al.

  • “In the shadow of Security Council paralysis: UN agency in conflict management” 09.09.2026, ECPR General Conference. Zusammen mit Xinyu Yuan und Frederik Schissler
  • “Everybody knows the Charta is aspirational' The United Staff for Gaza initiative.” 02.07.2026, EWIS 2026, Izmir (Türkei). Zusammen mit Frederik Schissler
  • "Die Vereinten Nationen im Globalen System", 21.01.2026, IU Frankfurt.

  • Beratung Büro Ralf Stegner, MdB: “(UN)wichtig? Die Zukunft der Vereinten Nationen in globalen Krisen und Großmachtpolitik” mit Frederik Schissler