Frederik Schissler

Doctoral Researcher

Frederik Schissler ist Doctoral Researcher in der Forschungs­gruppe Friedens­sicherung und Konflikt­management durch die Vereinten Nationen im Programm­bereich Internationale Insti­tutionen. Zu seinen Forschungs­interessen zählen die UN-Büro­kratie sowie die Zukunft von Friedens­missionen.

CV

| seit 2025
Dokto­rand am PRIF

| 2024–2025
Studen­tische Hilfskraft an der Goethe-Uni­versität Frankfurt / Forschungs­zentrum Transformations of Political Violence (TraCe)

| 2022–2025
Studen­tische Hilfskraft am PRIF / Forschungs­zentrum Trans­formations of Political Vio­lence (TraCe)

| 2022–2025
Master­studium Friedens- und Konflikt­forschung, Goethe-Uni­versität Frankfurt und TU Darmstadt

| 2022
Trainer bei der Service­stelle Friedens­bildung Baden-Württemberg

| 2020
Erasmus+-Aufent­halt an der Uni­versity of St Andrews, Schott­land

| 2018–2022
Bachelor­studium Politik­wissenschaft und Öffent­liches Recht, Eberhard-Karls-Uni­versität Tübingen

Dissertation

Lange galten die Vereinten Nationen als zentraler Akteur bei der Beilegung inter­nationaler Konflikte. Sie entsandten Blauhelm­soldaten in Konfliktgebiete, halfen beim Wiederaufbau von Nachkriegs­ordnungen und verhandelten Friedens­abkommen. Doch die aktuelle Krise des Multi­lateralismus bedeutet für die Vereinten Nationen, dass ihre Funktion als Vermittler und Konflikt­manager zunehmend von anderen Akteuren übernommen wird. Staaten wie Katar oder die Türkei erweisen sich in internationalen Konflikten als neue Vermittler. In der Diskussion über eine Friedenssicherungs­mission in der Ukraine kommen die Vereinten Nationen als möglicher Partner nicht mehr in Betracht. Dies wirft die Frage auf: Welche Rolle werden die Vereinten Nationen in Zukunft noch als Manager internationaler Konflikte spielen? Dieser Frage widment sich das Dissertations­projekt.

Mittels rollen­theoretischer Ansätze wird untersucht, welche Vorstellungen Staaten, andere internationale und regionale Organisationen, zivil­gesellschaftliche Akteure und die UN-Bürokratie hinsichtlich der zukünftigen Rolle der Vereinten Nationen haben. Gegenstand der Untersuchung ist zudem der Umgang des UN-Sekretariats mit diesen zunehmend divergierenden Vorstellungen über die Rolle der Vereinten Nationen im inter­nationalen System. Die Analyse basiert auf der Auswertung von Statements, Papieren und Sitzungsprotokollen, die für UN-Berichte und im Rahmen des aktuellen Reform­prozesses UN80 verfasst wurden. Diese Dokumentenanalyse wird durch Interviews ergänzt. Darüber hinaus leistet das Projekt einen theoretischen Beitrag, indem es die bislang meist auf Staaten angewendete Rollentheorie für die Anwendung auf internationale Organisationen weiterentwickelt. Das Dissertations­projekt ist Teil der Forschungsgruppe UNPAC – Friedens­sicherung und Konfliktmanagement durch die Vereinten Nationen.

Publikationen

  • The Internationalization of Armed Intrastate Conflict: A Systematic Assessment of the State of Research, Data, and Explanations
    | 2026
    Schissler, Frederik; Bethke, Felix; Pfeifer, Hanna; Ruhe, Constantin; Schwab, Regine; Wolff, Jonas (2026): The Internationalization of Armed Intrastate Conflict: A Systematic Assessment of the State of Research, Data, and Explanations, TraCe Working Paper, 7, Frankfurt/Main.