Handbuch Gaming & Rechtsextremismus

Cover des Handbuchs. Sechs Hände zeigen auf eine Gaming-Konsole. Darunter stehen die Autor*innen sowie der Buchname.

Neuer Sammelband untersucht Verbindung zwischen Rechtsextremismus & Gaming

Seit den An­schlägen von Halle (Saale) und Christ­church, Neusee­land, im Jahr 2019 wird die Verbin­dung zwischen Rechtsextre­mismus und Gaming intensiv disku­tiert. Weltweit suchen Orga­nisa­tionen nach Ant­worten auf die Frage, wie real dieser Ein­fluss ist. Es wird zunehmend deutlich, dass der Einfluss des Rechts­extremis­mus im und auf das Gaming tat­sächlich besteht und fundierte, kritische Analysen erfordert – aller­dings ohne Alar­mismus.

Der neue Sammel­band „Handbuch Gaming & Recht­sextremis­mus“ vereint erstmals führende Akteur*innen aus Forschung, Bildung und Präven­tions­arbeit in einem zugäng­lichen Nach­schlagewerk. Die Heraus­geber*innen Aurelia Bran­denburg, Linda Schlegel und Felix Zimmer­mann stellen das Handbuch beim digitalen Book Launch am 24. Juli 2025 vor.

Der rechts­terroris­tische Anschlag von Halle (Saale) im Oktober 2019 hat im deutsch­sprachigen Raum eine Debatte über die Bedeu­tung und Verant­wortung des Gamings für Gewalt­taten ausgelöst. Ist dies nur eine neue Medien­panik oder gibt es tat­sächlich eine Verbin­dungs­linie zwischen Rechts­extremis­mus und Gaming? Diese Frage wird weltweit von zahl­reichen Organisa­tionen untersucht. Es zeigt sich, dass der Einfluss des Rechts­extremismus im Gaming real ist, jedoch sind die Gaming-Kulturen zu viel­fältig, um pauschale Aus­sagen zu treffen. Zudem ist Rechts­extremismus als Phänomen zu komplex, um seinen Einfluss im Gaming allgemein­gültig zu erfassen.

Das Handbuch bietet einen Überblick über ver­schiedene, teil­weise kontro­vers disku­tierte Zugänge und Posi­tionen und verbindet den aktu­ellen Forschungs­stand mit Ein­blicken aus der prakti­schen Arbeit. In 30 zugäng­lichen inter­diszi­plinären Über­blicksbei­trägen behandeln die Autor*innen vier Leit­fragen:

  • Welche Voraus­setzungen machen Gaming anfällig für rechts­extremis­tische Einfluss­nahme?
  • Wo werden extrem rechte Ein­stellungen im Gaming sichtbar?
  • Welche Prozesse des Rechts­extremismus bis hin zu Radika­lisierung und Terror lassen sich in Gaming-Commu­nitys beo­bachten?
  • Welche Auswege aus der Präsenz des Rechts­extremismus im Gaming gibt es?

Zu den Autor*innen zählen u.a. Constantin Winkler, Lars Wiegold, Linda Schlegel und Julian Junk.

Zehn Projekt­vorstel­lungen aus den Bereichen histo­risch-poli­tische Bildung und Radi­kalisierungs­prävention zeigen außerdem beispiel­haft, wie in und mit Games für eine tolerante und viel­fältige Gesell­schaft gestritten wird.

Das Buch erscheint heute, am 14. Juli 2025, und ist ab sofort bei der Bundes­zentrale für politische Bildung erhältlich. Dort kann es auch kostenlos als ePub und als PDF abgerufen werden.