Am 27. und 28. August 2026 war PRIF-Researcher Constantin Winkler auf der Gamescom in Köln zu Gast, um über Radikalisierung im Gaming und auf gaming-nahen Plattformen zu sprechen. Im Rahmen der weltweit größten Messe für Video- und Computerspiele nahm er sowohl am für Fachpublikum vorgesehenen Gamescom Congress als auch an der öffentlichen Diskussion auf der Bühne des Jugendforums NRW teil. Am Freitag hielt er zudem einen Vortrag auf der Fachfortbildung des Spieleratgebers NRW und der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V.
Auf dem Gamescom Congress, den Bundespräsident Steinmeier am Donnerstag eröffnete, präsentierte Constantin Winkler gemeinsam mit seinen beiden Kolleg*innen vom Forschungsverbund RadiGaMe, Matthias Heider (Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena) und Vivienne Ohlenforst (modus-zad), zunächst die Ergebnisse des Vorhabens. Im Zentrum des Roundtables „Leveling up for Resilience – Gemeinsame Guide Lines gegen Radikalisierung“ stand die Frage, wie Zivilgesellschaft, Sicherheitsbehörden und die Games-Industrie zukünftig gemeinsam Hass und Extremismus im begegnen, statt – wie bislang zu oft geschehen – isoliert an dieser komplexen Herausforderung zu arbeiten. Nach kurzen Impulsen eröffneten die Podiumsgäste gemeinsam mit Mick Prinz (Amadeu-Antonio-Stiftung) den Dialog mit dem Publikum aus Industrie, Politik und Forschung.
Im weiteren Verlauf des Messetages waren die drei RadiGaMe-Forscher*innen in der Podiumsdiskussion „Gaming, Radikalisierung, Prävention und Jugendschutz“ zu Gast. Anhand ausgewählter Beispiele gaben sie Einblicke in extremistische Inhalte und Radikalisierungsdynamiken in Games und auf gaming-nahen Plattformen und stellten Strategien zur (Online-)Präventionsarbeit vor. Am Folgetag ging Constantin Winkler in seinem Fachvortrag im Rahmen der Fortbildung „Games im Fokus der Jugendhilfe – Gaming im Spannungsfeld von Prävention und Radikalisierung“ noch einmal auf den Themenkomplex Radikalisierung ein, der die pädagogische Kinder- und Jugendhilfe vor Herausforderungen stellt, aber auch Potenzial zur Förderung von demokratischer Teilhabe, Medienkompetenz und einem reflektierten Umgang mit digitalen Räumen bietet.
Der Forschungsverbund RadiGaMe hat es sich zum Ziel gesetzt, Radikalisierungsgeschehen auf Messenger-Diensten und Gaming- bzw. gamingnahen Plattformen besser zu verstehen und Praktiker*innen bei der Prävention, Deradikalisierung und Strafverfolgung zu unterstützen. Der Wissenstransfer an die relevanten Akteure – ob Politik und Sicherheitsbehörden, Games-Industrie oder Zivilgesellschaft – spielt dabei eine zentrale Rolle. Im Mai 2026 wurde RadiGaMe für sein Engagement der Sonderpreis der Jury des Deutschen Computerspielpreises verliehen.