PRIF goes Gamescom

Zwei Männer sitzen auf einer Bühne, einer hält ein Mikrofon und spricht, der andere hält eine Moderationskarte mit der Aufschrift 'JUGENDFORUM'.

Screenshot des Livestreams der Podiumsdiskussion „Gaming, Radikalisierung, Prävention und Jugendschutz“. Copyright: Jugendforum NRW via YouTube.

Constantin Winkler stellt RadiGaMe-Forschung im Rahmen der internationalen Messe für Video- und Computerspiele vor

Am 27. und 28. August 2026 war PRIF-Researcher Constantin Winkler auf der Gamescom in Köln zu Gast, um über Radikali­sierung im Gaming und auf gaming-nahen Platt­formen zu sprechen. Im Rahmen der welt­weit größten Messe für Video- und Computer­spiele nahm er sowohl am für Fach­publikum vorgesehenen Gamescom Congress als auch an der öffent­lichen Diskussion auf der Bühne des Jugend­forums NRW teil. Am Freitag hielt er zudem einen Vortrag auf der Fachfort­bildung des Spielerat­gebers NRW und der Arbeits­gemeinschaft Kinder- und Jugend­schutz NRW e.V. 

Auf dem Gamescom Congress, den Bundes­präsident Stein­meier am Donner­stag eröffnete, präsentierte Constantin Winkler gemein­sam mit seinen beiden Kolleg*innen vom Forschungs­verbund RadiGaMe, Matthias Heider (Institut für Demo­kratie und Zivil­gesellschaft Jena) und Vivienne Ohlen­forst (modus-zad), zunächst die Ergeb­nisse des Vorhabens. Im Zentrum des Round­tables „Leveling up for Resilience – Gemein­same Guide Lines gegen Radikali­sierung“ stand die Frage, wie Zivil­gesellschaft, Sicherheits­behörden und die Games-Industrie zukünftig gemein­sam Hass und Extremis­mus im begegnen, statt – wie bis­lang zu oft geschehen – isoliert an dieser komplexen Heraus­forderung zu arbeiten. Nach kurzen Impulsen eröffneten die Podiums­gäste gemeinsam mit Mick Prinz (Amadeu-Antonio-Stiftung) den Dialog mit dem Publi­kum aus Industrie, Politik und Forschung. 

Im weiteren Verlauf des Messe­tages waren die drei RadiGaMe-Forscher*innen in der Podiums­diskussion „Gaming, Radikali­sierung, Prävention und Jugend­schutz“ zu Gast. Anhand aus­gewählter Beispiele gaben sie Einblicke in extremistische Inhalte und Radikalisierungs­dynamiken in Games und auf gaming-nahen Platt­formen und stellten Strategien zur (Online-)Präventions­arbeit vor. Am Folge­tag ging Constantin Winkler in seinem Fach­vortrag im Rahmen der Fort­bildung „Games im Fokus der Jugend­hilfe – Gaming im Spannungs­feld von Prävention und Radikali­sierung“ noch einmal auf den Themen­komplex Radikali­sierung ein, der die pädagogische Kinder- und Jugend­hilfe vor Heraus­forderungen stellt, aber auch Potenzial zur Förderung von demo­kratischer Teil­habe, Medien­kompetenz und einem reflektierten Um­gang mit digitalen Räumen bietet.

Der Forschungsverbund RadiGaMe hat es sich zum Ziel gesetzt, Radikalisierungs­geschehen auf Messenger-Diensten und Gaming- bzw. gaming­nahen Platt­formen besser zu verstehen und Praktiker*innen bei der Prävention, Deradika­lisierung und Straf­verfolgung zu unter­stützen. Der Wissens­transfer an die relevanten Akteure – ob Politik und Sicherheits­behörden, Games-Industrie oder Zivil­gesellschaft – spielt dabei eine zentrale Rolle. Im Mai 2026 wurde RadiGaMe für sein Engage­ment der Sonder­preis der Jury des Deutschen Computer­spiel­preises verliehen.