2026 sind Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet World Design Capital und haben sich der Vision „Design for Democracy. Atmospheres for a better life” verschrieben. Auch PRIF beteiligt sich am Rahmenprogramm und organisiert gemeinsam mit der Volkshochschule Frankfurt die Veranstaltungsreihe „Designing Democracy – Designing Peace“.
Den Auftakt machte am 15. April 2026 eine Podiumsdiskussion im Stadthaus Frankfurt zum Thema gesellschaftspolitische Debatten und Demokratiefeindlichkeit in Gaming-Räumen. Unter Moderation von Yvonne Blum diskutierten Mareike Stürenburg, Sozialwissenschaftlerin am Institut für Rechtsextremismusforschung der Universität Tübingen, Severin Schwalb, Bildungsreferent im Projekt „Good Gaming Support“ der Amadeu Antonio Stiftung, und Constantin Winkler, Radikalisierungs- und Antisemitismusforscher im RadiGaMe-Projekt am PRIF, über Gaming-Communities als soziale Räume und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen für ein demokratisches Miteinander. Im Zentrum der Diskussion standen die Instrumentalisierung der digitalen Räume durch demokratiefeindliche Akteure sowie Potenziale für Demokratieförderung und Extremismusprävention. Unter dem Gesichtspunkt, welche Rolle dabei sowohl die visuelle als auch die infrastrukturelle Gestaltung spielen, brachten die Podiumsgäste Erkenntnisse aus ihrer Forschungsarbeit, Berichte aus der politischen Bildungspraxis und anschauliche Beispiele mit und gingen auf die zahlreichen Fragen des Publikums ein.
Das Fazit der Diskussion: Gaming-Räume bilden relevante soziale Räume, denen ebenso wie physischen Räumen eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung und damit auch Verantwortung zukommt. Frei von extremistischen Akteuren sind keine der genannten Orte. Es bedarf daher auch online sinnvoller Gegen- und Präventionsmaßnahmen, die von der Politik, von der Gaming-Branche ebenso wie von den Gaming-Communities selbst getragen werden müssen.
Der nächste Termin der Reihe findet am 16. Juni 2026 statt und befasst sich mit dem Design von Friedensverhandlungen.
Zum Forschungsprojekt RadiGaMe am PRIF: https://www.prif.org/forschung/radigame