Núrel Bahí Reitz
Núrel Bahí Reitz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin bei PRIF und Doktorandin am African Studies Centre Leiden. Sie ist außerdem PRIF-Repräsentantin im Leibniz-PhD-Netzwerk und PRIF-Beauftragte für Hilfskräfte. In ihrer Forschung interessiert sie sich für Umgangsformen mit historischer Massengewalt. Ihr Promotionsprojekt beschäftigt sich mit Umgangsformen mit den deutschen Kolonialverbrechen in Namibia und Tansania.
CV
| seit 2022
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am PRIF (bis 2023 HSFK)
| 2018–2022
Friedens- und Konfliktforschung (M.A.), Philipps-Universität Marburg
| 2018
Teamleitung bei Creative Change e.V.
| 2017
Praktikum bei der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
| 2014–2017
Internationale Wirtschaft und Entwicklung (B.A.), Universität Bayreuth
| 2013–2014
Ethnologie (B.A.), Goethe-Universität Frankfurt
Dissertation
Das Promotionsvorhaben nimmt eine vergleichende Analyse der Umstände und Folgen von Interpretationen historischer Gewalt in postkolonialen Beziehungen vor. Es untersucht zu diesem Zweck Repräsentationen, Narrative und politische Aktionen, die den Gräueltaten gelten, die während des Völkermords im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika (1904-8) und während des Majimaji-Kriegs im ehemaligen Deutsch-Ostafrika (1905-7) von den „Schutztruppen“ der deutschen Kolonialregierung begangen wurden. Das Projekt geht der Frage nach, wie und warum sich die Interpretationen dieser Verbrechen in Namibia (sowie den Herero und Nama-Diasporen) und in Tansania unterscheiden und/oder ähneln und welche Rolle dies in der unterschiedlichen lokalen und internationalen Handhabung der historischen Geschehnisse spielt. Darüber hinaus wird untersucht, ob und wie Erzählungen historischer Ereignisse mit unterschiedlichen Formen (oder auch Intensitäten) des zivilgesellschaftlichen und politischen Engagements interessierter Akteure zusammenhängen. In diesem Sinne wird das Projekt zu einem besseren Verständnis der Prozesse beitragen, die an der kollektiven Bedeutungszuschreibung historischer Gewalt beteiligt sind, und auch deren normative und praktische Folgen abschätzen helfen. Darüber hinaus verspricht das Vorhaben einen Beitrag zu leisten zum wachsenden öffentlichen Diskurs darüber, wie mit den während des Kolonialismus begangenen Gräueltaten in postkolonialen Situationen so umgegangen werden kann, dass ein Ausgleich und friedliche Beziehungen entwickelt werden.
Publikationen
- Between sorrow, celebration, and tourist attraction
| 2024
Reitz, Núrel Bahí (2024): Between sorrow, celebration, and tourist attraction, Lab 3.1 Streitwert der Vergangenheit: Hypotheses.
Zur Publikation
- Transformations in Genocide Discourse: Paths and Politics of Recognizing Colonial Genocides
| 2024
Ghattas, Sally; Mannitz, Sabine; Moses, A. Dirk; Reitz, Núrel Bahí (2024): Transformations in Genocide Discourse: Paths and Politics of Recognizing Colonial Genocides, TraCe Working Paper, 4, Frankfurt/M. DOI: 10.48809/PRIFTraCeWP2404 - Remembering Genocide in Namibia
| 2021
Reitz, Núrel Bahí; Mannitz, Sabine (2021): Remembering Genocide in Namibia, PRIF Working Paper, 53: 53, Frankfurt/M.
Weitere Tätigkeiten
| seit 2023
Beauftragte für Hilfskräfte
| seit 2022
Repräsentantin im Leibniz-PhD-Network
Viertes TraCe Working Paper mit Sabine Mannitz und Núrel Bahí Reitz beleuchtet Wandel in Fragen kolonialer Genozide