The Global Political Economy in Local Violence: Exploring the Role of Corporations, Trade and Loans in the Killings of Social Activists

A world map with a black background that highlights the most important sea lanes and heavily trafficked routes using graphic elements: networks of red and white lines crisscross the oceans, marking global shipping routes. The continents thus stand out from the oceans as deep black areas. The lines are denser in some areas, particularly between Europe, Asia, and North America, as well as along the coastlines.

Global Map of Human Impacts to Marine Ecosystems, showing relative commercial shipping density (in color) against a black background (2008). B.S. Halpern (T. Hengl; D. Groll)via Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0.

Neuer PRIF-Report 01/2026 von Fenja Henrichs, Christin Stühlen und Jonas Wolff zu Zusammenhängen zwischen der globalen politischen Ökonomie und der gezielten Tötung sozialer Aktivist*innen

Die Tötung sozialer Aktivist­*innen ist eine besonders dra­matische Form der gewalt­samen Re­pression gegen Umwelt- und Menschen­rechts-Aktivist­*innen, mit schwerwiegenden Folgen für die betroffenen soziale Be­wegungen und Gemeinschaften. Im PRIF Report 01/2026 untersuchen Fenja Heinrichs, Christin Stühlen und Jonas Wolff, welche Rolle dem trans­nationalen Handel, global agie­renden Unter­nehmen und politischen Akteuren wie Staaten und inter­nationalen Orga­nisationen bei der Ver­ursachung der Tö­tung sozialer Aktivist*­innen zu­kommt.

Während Be­richte von NGOs häufig den inter­nationalen Handel und multi­nationale Kon­zerne hervorheben, kon­zentriert sich die be­stehende Forschung bei der Erklä­rung gezielter Morde an Aktivist*­innen haupt­sächlich auf die nationale Ebene sowie auf sub­nationale Dynamiken. Um diese Lücke zu schließen, werten Fenja Heinrichs, Christin Stühlen und Jonas Wolff die bestehende wissen­schaftliche Studien und Berichte aus. Auf Basis wissen­schaftlicher Studien und Policy Reports, Medien­berichte und ergänzt durch quan­titative Analysen sowie re­gionale Fallstudien, iden­tifizieren sie eine Reihe kon­sistenter Muster:

Die aus­gewerteten quan­titativen Belege bestä­tigen die Rolle der globalen po­litischen Ökonomie bei der Gewalt gegen soziale Aktivist*­innen. Beson­ders häufig treten solche Morde in ressourcen- und land­intensive Sektoren auf. Indigene Gruppen und Aktivist*­innen, die Land­rechte ver­teidigen, sind darüber hinaus übermäßig von gezielter Verfol­gung betroffen. Darüber hinaus zeigen die Daten, dass ein erheb­licher Anteil der Tötungen Aktivist*­innen betrifft, die Geschäfts­interessen und -praktiken in Frage stellen, einschließlich derer multi­nationaler Konzerne. Vier Fallstudien aus Kolumbien, Honduras, Indonesien und den Philip­pinen geben weitere Einblicke, wie genau externe Akteure diesen Gewalt­taten beitragen: Während Unter­nehmen in einer begrenzten Anzahl symbol­trächtiger Fälle auch direkt an der Finan­zierung oder Beauftragung von Morden beteiligt sind, sind trans­national tätige Konzerne in der Regel eher auf in­direkte Weise in die Er­mordung von Aktivist*­innen verwickelt.

Die Forschung für diese Publikation erfolgte im Rahmen des Forschungs­projekts Gewalt gegen soziale Aktivist*­innen: Ursachen, Muster und Trans­formationen. Das Projekt ist Teil des durch das Bundes­ministerium für Forschung, Technologie und Raum­fahrt (BMFTR) geförderte Forschungs­zentrum Transfor­mations of Political Violence (TraCe).

Heinrichs, Fenja; Stühlen, Christin; Wolff, Jonas (2026): The Global Political Economy in Local Violence: Exploring the Role of Corporations, Trade and Loans in the Killings of Social Activists, PRIF Report, 1, Frankfurt/M . DOI: 10.48809/prifrep2601
ISBN: 978-3-911092-06-7

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