Linda Schlegel erhält ersten Hessischen Promotionspreis für Demokratieforschung

Linda Schlegel

Auszeichnung für Dissertation „Storytelling Against Extremism “

Linda Schlegel, Researcher im Programmbereich Transnationale Politik und Co-Projektleiterin im Projekt RadiGaMe, ist mit dem erstmals verliehenen Hessischen Promotionspreises für Demokratieforschung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) ausgezeichnet worden. Sie erhält die Auszeichnung für ihre 2024 verteidigte Dissertation mit dem Titel „Storytelling Against Extremism: How insights on narrative persuasion and storytelling can improve theory and practice of digital narrative campaigns against ‘homegrown’ extremism“. Die Erstbetreuung der Arbeit erfolgte durch Christopher Daase, Professor für Internationale Organisationen an der Goethe-Universität und stellvertretendes geschäftsführendes Vorstandsmitglied am PRIF. Die Zweitbetreuung übernahm Julian Junk, Forschungsprofessor für Extremismus und Extremismus­resilienz an der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS) in Wiesbaden. Der Förderpreis ehrt vielversprechende Nachwuchsforscher*innen und unterstützt sie in ihrer weiteren wissenschaftlichen Arbeit zum Thema Demokratie.

In ihrer Dissertation adressiert Linda Schlegel eine zuvor vernachlässigte Frage der Extremismusprävention: Wie können digitale Narrativkampagnen gegen Extremismus, sogenannte Counter- and alternative narratives (CAN) ansprechender und wirkungsvoller gestaltet werden? Auf Basis der bisher in der Präventionsarbeit nahezu ungenutzten Literatur zu narrativer Persuasion – also dazu, wie und warum Geschichten Einfluss auf Meinung, Werte und Ansichten nehmen und wie dies genutzt werden kann, um positive Veränderungen zu erwirken – zeigt sie, welche Faktoren CAN Kampagnen stärken können. Linda Schlegel schafft somit eine theoretische wie praktische Grundlage zur Verbesserung digitaler Präventionsangebote und Extremismus­bekämpfung im Online-Raum. 

Die Jury, bestehend aus Swen Hutter (FU Berlin, WZB Berlin), Hubertus Buchstein (Universität Greifswald) und Shalini Randeria (CEU Wien, Universität Bremen) würdigte die Arbeit aufgrund ihrer herausragenden wissenschaftlichen Qualität ebenso wie ihrer praktischen Relevanz für die Extremismus­prävention und die Stärkung der Demokratie. Die Preisverleihung erfolgte am 5. Dezember 2025 im Rahmen eines Online-Book Launch, der vom PRIF ausgerichtet wurde. In seinem Grußwort betonte Wissenschaftsminister Timon Gremmels die besondere Bedeutung der Demokratie­forschung: „Sie legt die wissenschaftliche Grundlage für sachbezogene Argumentationen und Handlungsoptionen. Ich gratuliere Frau Dr. Linda Schlegel herzlich zu diesem Preis. Ihre Arbeit widmet sich extremistischer Propaganda, die online verbreitet wird und droht, gesellschaftliche Diskussionen negativ zu beeinflussen und den sozialen Zusammenhalt zu schwächen. Und sie zeigt auch Möglichkeiten auf, wie Negativpropaganda und Hassrede entgegengetreten werden kann. Das ist meines Erachtens hochrelevant für die dringend notwendige Extremismus­prävention.“

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis kommt jeweils zur Hälfte Linda Schlegel und der Demokratieforschung an der Goethe-Universität zugute. Er wird im Rahmen des 2024 ins Leben gerufenen Programms „Stärkung der Demokratieforschung Hessen“ vergeben und soll die gesellschaftliche Sichtbarkeit von Forschung zur Demokratiesicherung stärken. Die hessischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen können herausragende Doktorarbeiten zur Demokratieforschung für den Preis vorschlagen, bis zu drei Nominierte werden jährlich ausgezeichnet.

Das auf Basis der ausgezeichneten Dissertation veröffentlichte Buch „Storytelling Against Extremism. Advancing Theory and Practice of Digital Narrative Campaigns against Extremism” erschien im Juni 2025 in der Reihe „Studien des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung“ bei Springer VS. Das erste Kapitel ist online frei zugänglich. Gemeinsam mit Aurelia Brandenburg und Felix Zimmermann gab Linda Schlegel zudem das „Handbuch Gaming & Rechtsextremismus“ bei der Bundeszentrale für politische Bildung heraus, das Beiträge von ihr und weiteren Forschenden, u.a. des PRIF, versammelt.

Zur Pressemitteilung des HMWK

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