KI in Krisenprävention und strategischer Vorausschau

Karte Europas mit einer zunehmenden Anzahl hellblauer Punkte in Ballungszentren

Foto: Alexander Dunkel | CC BY-NC 2.0

Beitrag von PRIF zum Deutschen Forum Sicherheitspolitik 2026

Bereits zum vier­ten Mal in Folge be­teiligte sich PRIF 2026 am Deu­tschen Forum Sicher­heits­politik, das die Bundes­aka­demie für Sicher­heits­politik jähr­lich aus­trägt. Die zahl­reich be­suchte Online­diskus­sion be­schäftigte sich mit den An­wendungs­möglich­keiten, aber auch mit den Risiken von Künst­licher Intel­ligenz in Krisen­präven­tion und stra­tegisch­er Voraus­schau – ein Thema, das sowohl vor dem Hinter­grund rasanter tech­nischer Ent­wicklungen als auch es­kalieren­der Krisen welt­weit immer rele­vanter wird. Gleich­zeitig werden in der deutschen Außen- und Sicher­heits­politik Stellen und Mittel für Krisen­prävention gekürzt. 

Können KI-­Tools in dieser Situ­ation dazu bei­tragen, Krisen zu ver­hindern, Frieden zu för­dern und in der Außen- und Sicher­heits­politik voraus­schauend zu handeln? Unter Mode­ration von Yvonne Blum disku­tierten darüber Paul Flachen­ecker, Re­search Asso­ciate am Global Public Policy Insti­tute, Jonas Koll, stell­vertreten­der Leiter des Referats „Krisen­früh­erkenn­ung und stra­te­gische Voraus­schau“ des Aus­wärtigen Amtes, Daniel Mitter­maier, wissen­schaft­licher Mit­arbeiter am Kom­petenz­zentrum Krisen­früh­erkennung der Uni­versi­tät der Bundes­wehr in München, und Dr. Antonia Witt, Leiterin der Forschungs­gruppe African Inter­vention Politics am PRIF. Als Aus­gangs­punkt der Dis­kussion diente unter anderem JOSHUA, ein KI-­gestütztes System zur Szenario­planung für Kon­flikte, das PRIF derzeit ge­mein­sam mit der TU Darm­stadt ent­wickelt. 

Einig war sich das Panel darüber, dass KI-­Tools viel Poten­zial bieten, um Krisen­präven­tion und stra­tegische Voraus­schau mithilfe von Daten­analysen zu ver­bessern und damit auch eine bessere In­formations­grund­lage zu schaffen. Allerdings reichen solche Analysen allein nicht aus: Poli­tische und regio­nale Ex­pertise ist eben­falls nötig – nicht nur zur Ein­schätzung möglicher Szenarien, sondern auch um heraus­zufinden, wie KI effektiv im Bereich Außen- und Sicher­heits­politik unter­stützen kann. Eine bessere stra­tegische Voraus­schau setzt also eine starke inter­diszi­plinäre Zusammen­arbeit sowie eine enge Ko­operation zwischen Forschung und Politik voraus. Damit einher gehen auch die Grenzen der KI: Gerade in poli­tischen Bereichen erscheint es wichtig, dass vor allem ethische Ent­schei­dungen letztlich immer noch von fach­kundigen Menschen ge­troffen werden.