Bereits zum vierten Mal in Folge beteiligte sich PRIF 2026 am Deutschen Forum Sicherheitspolitik, das die Bundesakademie für Sicherheitspolitik jährlich austrägt. Die zahlreich besuchte Onlinediskussion beschäftigte sich mit den Anwendungsmöglichkeiten, aber auch mit den Risiken von Künstlicher Intelligenz in Krisenprävention und strategischer Vorausschau – ein Thema, das sowohl vor dem Hintergrund rasanter technischer Entwicklungen als auch eskalierender Krisen weltweit immer relevanter wird. Gleichzeitig werden in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik Stellen und Mittel für Krisenprävention gekürzt.
Können KI-Tools in dieser Situation dazu beitragen, Krisen zu verhindern, Frieden zu fördern und in der Außen- und Sicherheitspolitik vorausschauend zu handeln? Unter Moderation von Yvonne Blum diskutierten darüber Paul Flachenecker, Research Associate am Global Public Policy Institute, Jonas Koll, stellvertretender Leiter des Referats „Krisenfrüherkennung und strategische Vorausschau“ des Auswärtigen Amtes, Daniel Mittermaier, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kompetenzzentrum Krisenfrüherkennung der Universität der Bundeswehr in München, und Dr. Antonia Witt, Leiterin der Forschungsgruppe African Intervention Politics am PRIF. Als Ausgangspunkt der Diskussion diente unter anderem JOSHUA, ein KI-gestütztes System zur Szenarioplanung für Konflikte, das PRIF derzeit gemeinsam mit der TU Darmstadt entwickelt.
Einig war sich das Panel darüber, dass KI-Tools viel Potenzial bieten, um Krisenprävention und strategische Vorausschau mithilfe von Datenanalysen zu verbessern und damit auch eine bessere Informationsgrundlage zu schaffen. Allerdings reichen solche Analysen allein nicht aus: Politische und regionale Expertise ist ebenfalls nötig – nicht nur zur Einschätzung möglicher Szenarien, sondern auch um herauszufinden, wie KI effektiv im Bereich Außen- und Sicherheitspolitik unterstützen kann. Eine bessere strategische Vorausschau setzt also eine starke interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie eine enge Kooperation zwischen Forschung und Politik voraus. Damit einher gehen auch die Grenzen der KI: Gerade in politischen Bereichen erscheint es wichtig, dass vor allem ethische Entscheidungen letztlich immer noch von fachkundigen Menschen getroffen werden.