Die politischen Folgen wirtschaftlicher Entflechtung

Fotografie eines Containerschiffes auf offener See. Im Vordergrund ist die unscharfe Silhouette einer Person zu sehen, die ihr Fernglas auf das Schiff gerichtet hat.

Interdependenz zu verringern scheint eine rationale Reaktion auf die Erfahrung von Verwund­barkeit zu sein. Staaten, die ihre Abhängig­keit von einzelnen Partnern reduzieren, werden weniger anfällig für plötzliche externe Schocks wie Pandemien und können von Handels­partnern weniger leicht erpresst werden. Doch Entflechtung greift tief in gewachsene politische und wirtschaft­liche Beziehungen ein. Sie kann Misstrauen erzeugen und die Bereitschaft anderer Staaten zu zukünftiger Zusammen­arbeit schwächen.

Das Projekt rückt diese Ambivalenz in den Mittel­punkt. Es analysiert, wie wirtschaft­liche Entflechtung zwischen­staatliche Beziehungen verändert, wann sie politische Konflikte verschärft und wie sich mögliche negative Folgen begrenzen lassen. Es fragt insbesondere, ob die Art und Weise wie Ent­flechtung politisch gerahmt wird, ihre Folgen beeinflusst.

Aufbauend auf der Forschung der Inter­nationalen Beziehungen zu Handel und Konflikt entwickelt das Projekt einen theoretischen Rahmen für die Analyse der politischen Folgen von Entflechtung. Auf dieser Basis untersucht es jüngere Fälle von wirtschaftlicher Entflechtung. Es richtet den Blick dabei auch auf einen wichtigen Neben­effekt von Entflechtung, nämlich die Schaffung neuer Partner­schaften. Bemühungen, verlorene Kooperation durch neue Partner­schaften zu ersetzen, können ihrerseits Spannungen und neue Formen politischer Konflikte erzeugen.

Das Projekt soll dazu beitragen, besser zu verstehen, wie Staaten mit Verwundbar­keiten umgehen können, ohne dass Entflechtung dauerhaftes Misstrauen, Fragmentierung und Konflikte erzeugt.

Foto: Ministerie van Defensie / SGT Aaron Zwaal via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Projektleitung

Dirk Peters

Dirk Peters

Publikationen

  • The Strait of Hormuz in Perspective: One Global Chokepoint, Multiple Vulnerabilities, Compounded Effects
    | 2026
    Birchinger, Sophia; Flamm, Patrick; Abb, Pascal; Al-Wally, Mariam; Driedger, Jonas J.; Kebede, Sandra; Koyier, Hilda; McKee, Sarah; Michelini, Sidney; Peters, Dirk; Sebgo, Jean-Baptiste; Simon, Hendrik; Standke-Erdmann, Madita; Stühlen, Christin; Trpkovic, Mina; Warnck, Skollan Elisabeth; Witt, Antonia; Xian, Yaolong (2026): The Strait of Hormuz in Perspective: One Global Chokepoint, Multiple Vulnerabilities, Compounded Effects, PRIF blog, Frankfurt/M..
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  • Sicherheit, die uns unsicher macht: Die neue Selbstverständlichkeit der Machtpolitik
    | 2026
    Peters, Dirk (2026): Sicherheit, die uns unsicher macht: Die neue Selbstverständlichkeit der Machtpolitik, PRIF Spotlight, 4, Frankfurt/M. DOI: 10.48809/prifspot2604
  • Rezension: Inken von Borzyskowski, Felicity Vabulas: Exit from International Organizations. Costly Negotiation for Institutional Change
    | 2026
    Peters, Dirk (2026): Rezension: Inken von Borzyskowski, Felicity Vabulas: Exit from International Organizations. Costly Negotiation for Institutional Change, Portal für Politikwissenschaft.
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