Militärische KI verantwortungsvoll nutzen und Regulierung neu denken

Podiumsdiskussion mit Malte Göttsche

Künstliche Intelligenz findet im Militär immer breiteren Einsatz, von Logistik und Training über Missionsplanung und Zielidentifikation bis hin zu autonomen Waffensystemen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Mikroprozessoren immer stärker, der Zugang zu seltenen Erden und Chips wird zur zentralen Ressource. KI kann das Kampfgeschehen beschleunigen und damit destabilisierend wirken. Der Wettlauf um neue Fähigkeiten birgt jedoch auch Eskalationsrisiken.
Gleichzeitig bringt KI aber auch Chancen zur Stärkung der internationalen Sicherheit, etwa wenn es um die Detektion von neuen Bedrohungen oder die Verifikation von Waffenstillstandsabkommen geht. Im Spannungsfeld von Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit (Readiness 2030) und rasanter technologischer Entwicklung werden neue Regulierungsansätze notwendig, die mit dem Tempo Schritt halten können. Mit dem AI Act hat die Europäische Union bereits einen Grundstein für die Regulierung von KI gelegt, der aber militärische Anwendungen ausschließt. Gemeinsam mit internationalen Partnern könnte sie die verantwortungsvolle Nutzung militärischer KI vorantreiben und strategischen Abhängigkeiten entgegenwirken. 

Der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung Manfred Pentz lädt, gemeinsam mit dem Leibniz-Forschungsnetzwerk „Umweltkrisen – Krisenumwelten“ und dem Forschungszentrum „Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt, zu einer Veranstaltung in der Reihe „Crisis Talks“ ein.


Programm

Begrüßung:

  • Dr. Thomas Eckert, Leiter der Vertretung des Landes Hessen bei der EU

Impuls: 

Diskussion: 

  • Dr. Tobias Cremer, Mitglied des Europäisches Parlaments
  • Dr. Ulf Ehlert, Leiter für Strategie und Policy bei der NATO
  • Lene Hove Rietveld, Senior Expert für tödliche autonome Waffensysteme (LAWS), EAD – Abteilung für Abrüstung, Nichtverbreitung und Ausfuhrkontrolle von Waffen
  • Prof. Dr. Malte Göttsche

Moderation:

  • Alexandra von Nahmen, Direktorin für Russland, Ukraine und Osteuropa, Expertin für Sicherheitspolitik und NATO bei der Deutschen Welle

Wann: 20. April 2026, 13:00 Uhr (Light Lunch ab 12:30 Uhr)
Wo: Vertretung des Landes Hessen bei der Europäischen Union, Rue Montoyer 21, 1000 Brüssel