Masood Al Hakari
Masood Al Hakari ist Doktorand an der Goethe-Universität Frankfurt im Fach Politikwissenschaften. Er ist außerdem assoziierter Forscher am PRIF im Programmbereich Transnationale Politik und Mitglied der Forschungsgruppen Terrorismus und Radikalisierung, Terrorismus und Extremismusprävention. Zu seinen Forschungsinteressen gehören der islamistischer Terrorismus mit besonderem Fokus auf Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) und Al-Qaida, Islamismus und Salafismus sowie Gewalt gegen Êzidî.
CV
| seit 2023
Assoziierter Forscher am PRIF
| seit 2022
Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung
| seit 2021
Doktorand an der Goethe-Universität Frankfurt/Main, Institut für Politikwissenschaft
| 2020
Praktikum bei der Deutschen Botschaft in London – Presseabteilung
| 2019–2022
Sprachvermittler bei der Stadt Oldenburg
| 2019–2020
Erasmus-Auslandssemester (im Rahmen des Masterstudiums) der Politikwissenschaften an der University of Hull, Großbritannien
| 2019
Studentische Hilfskraft im Sekretariat für Studierende an der Universität Bremen
| 2018–2021
Masterstudium der Politikwissenschaften an der Universität Bremen
| 2018
Praktikum bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Warschau, Polen
| 2017–2018
Erasmus Auslandssemester (im Rahmen des Bachelorstudiums) der Politikwissenschaften an der Mid Sweden University, Schweden
| 2016–2019
Stipendium der Deutschlandstiftung Integration – „Geh Deinen Weg“
| 2016–2021
Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung
| 2015–2018
Bachelorstudium der Sozial- und Politikwissenschaften an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg
Dissertation
Im Sommer 2014 brachten die Dschihadisten der sunnitisch-islamistischen Terrororganisation Islamischer Staat (IS/Da’esh) in einer Blitzoffensive überwiegend sunnitisch geprägte Regionen des Iraks, darunter die Millionenstadt Mossul, sowie weite Regionen Ostsyriens unter ihre Kontrolle. In mehreren Regionen kam es infolge der Offensive zum Zusammenbruch regulärer irakischer Sicherheitskräfte sowie in zahlreichen Regionen Syriens zur Verdrängung staatlicher Akteure. Zeitweise übten die Islamisten faktische territoriale Kontrolle über weite Gebiete des irakischen und syrischen Staatsgebiets aus. Mit der im Juni 2014 verkündeten Ausrufung eines staatenübergreifenden Kalifats, konzipiert als islamischer „Gottesstaat“, erklärte der IS Abu Bakr Al-Baghdadi zum Kalifen und erhob damit den Anspruch auf religiös-politische Führerschaft über die islamische Gemeinschaft (Umma). In den von ihr kontrollierten Gebieten errichtete die Organisation daraufhin proto-staatliche Herrschaftsstrukturen, unter denen zeitweise mehrere Millionen Menschen lebten. Das Auftreten und die Entwicklung des IS markierten eine Zäsur in der bisherigen Geschichte des jihadistischen Terrorismus.
Das Dissertationsprojekt zielt darauf ab, jene strukturellen, politischen und organisatorischen Faktoren systematisch zu analysieren, die den rasanten Aufstieg des IS, seine bemerkenswerte militärische Schlagkraft, seine temporäre territoriale Herrschaft sowie seinen anschließenden Zusammenbruch im Irak und in Syrien ermöglichten. Im Fokus steht die Frage, wie es einer jihadistischen Organisation gelingen konnte, innerhalb kürzester Zeit teilweise hochkomplexe, koordinierte militärische Offensiven durchzuführen, reguläre staatliche Sicherheitskräfte zu überwältigen und parallel dazu funktionsfähige Verwaltungs- und Sicherheitsstrukturen zur Herrschaftsausübung zu etablieren.
Die Studie verortet die Entwicklung des IS im Kontext langfristiger staatlicher und gesellschaftlicher Transformationsprozesse im Irak seit 2003 sowie des syrischen Bürgerkriegs ab 2011 und untersucht insbesondere, wie sich die operative und institutionelle Leistungsfähigkeit dieser Organisation unter Bedingungen wie staatlicher Fragmentierung herausbildete und warum sie schließlich wieder verloren ging – jenseits rein ideologischer Erklärungen.
Die Dissertation folgt einem qualitativen Forschungsdesign. Die empirische Grundlage bildet die Auswertung von rund 90 selbst geführten Interviews, die überwiegend im Rahmen zweier Forschungsaufenthalte im Irak durchgeführt wurden. Zu den Interviewpartnern zählen unter anderem hochrangige irakische Militärangehörige, Angehörige der kurdischen Peschmerga sowie Mitglieder lokaler Bürgerwehren und weitere Akteure, die direkt oder indirekt in die militärischen Auseinandersetzungen mit dem IS involviert waren. Ergänzt wird das Interviewmaterial durch Gespräche mit internationalen Terrorismus- und Nahostexperten. Flankierend stützt sich die Analyse auf die Auswertung einschlägiger Primärquellen der IS-Organisation sowie auf eine breite Sekundärliteratur aus der Terrorismus-, Konflikt- und Nahostforschung.
Publikationen
- The Risks Surrounding IS Detention Facilities Amid Renewed Conflict and Shifting Power Dynamics in Northeastern Syria
| 2026
Al Hakari, Masood (2026): The Risks Surrounding IS Detention Facilities Amid Renewed Conflict and Shifting Power Dynamics in Northeastern Syria, PRIF Blog.
Zur Publikation - Without a Caliphate, But Far from Defeated: Why Da’esh/ISIS Remains a Threat in Syria in 2025
| 2025
Al Hakari, Masood (2025): Without a Caliphate, But Far from Defeated: Why Da’esh/ISIS Remains a Threat in Syria in 2025, PRIF Blog.
Zur Publikation - Rojava Under Pressure After the Fall of Dictator Al-Assad: Turkey and Islamist Allies Threaten the Kurdish Autonomous Region in Syria
| 2025
Al Hakari, Masood (2025): Rojava Under Pressure After the Fall of Dictator Al-Assad: Turkey and Islamist Allies Threaten the Kurdish Autonomous Region in Syria, PRIF Blog.
Zur Publikation - Syrien: Blitzoffensive der islamistischen Rebellenallianz stürzt Assad
| 2024
Schwab, Regine; Al Hakari, Masood (2024): Syrien: Blitzoffensive der islamistischen Rebellenallianz stürzt Assad, PRIF Blog.
Zur Publikation - Zehn Jahre nach dem Genozid: Die fortdauernde Krise der Jesiden
| 2024
Al Hakari, Masood (2024): Zehn Jahre nach dem Genozid: Die fortdauernde Krise der Jesiden, PRIF Blog.
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