Am 17. Dezember 2025 erschien der Sammelband „African Non-Military Conflict Intervention Practices“. Das Buch wurde gemeinsam von Antonia Witt, Christof Hartmann (INEF) und Ulf Engel (Universität Leipzig) herausgegeben und präsentiert Ergebnisse des Forschungsnetzwerks ANCIP, darunter ein Kapitel über die Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Akteure von PRIF-Forscher Jonas Schaaf.
Der Band bietet eine aktuelle und umfassende Untersuchung darüber, wie Frieden und Konflikte in Afrika im Rahmen der Afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur (APSA) über militärische Mittel hinaus bewältigt werden. Basierend auf umfangreichen empirischen Untersuchungen, die im Rahmen der Teilprojekte des Netzwerks durchgeführt wurden, analysieren die Kapitel, wie nichtmilitärische Interventionen umgesetzt, institutionell verankert und in der Praxis wahrgenommen werden. Das Buch beleuchtet die oft komplexen und umstrittenen Interaktionen zwischen Akteuren der Afrikanischen Union (AU), regionalen Wirtschaftsgemeinschaften (RECs), externen Partnern sowie nationalen und lokalen Interessengruppen. Durch die Fokussierung auf informelle und politisch sensible Praktiken lenkt das Buch die Aufmerksamkeit auf Formen der Konfliktbewältigung, die in der Praxis von zentraler Bedeutung sind, in politischen und akademischen Debatten jedoch häufig übersehen werden.
Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil umfasst empirisch fundierte Kapitel zu wichtigen nichtmilitärischen Interventionspraktiken innerhalb der AU und der RECs. Der zweite Teil untersucht kritisch, wie solche Praktiken durch Strategiepapiere, Daten und Dashboards dokumentiert, sichtbar gemacht oder verschleiert werden. Ein Vorwort von Said Djinnit und El-Ghassim Wane sowie ein Schlusskapitel von Gilbert M. Khadiagala ordnen die Ergebnisse in ihren breiteren wissenschaftlichen und politischen Kontext ein.
Das Forschungsnetzwerk African Non-Military Conflict Intervention Practices (ANCIP) ist ein Gemeinschaftsprojekt des Forschungszentrums Global Dynamics (ReCentGlobe) der Universität Leipzig, des Peace Research Institute Frankfurt (PRIF) und des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen. ANCIP konzentriert sich auf die empirisch und theoretisch wenig erforschten nichtmilitärischen Konfliktinterventionspraktiken afrikanischer Akteure und hat zum Ziel, die akademische Debatte voranzutreiben sowie strategische Politikberatung zu Frieden und Sicherheit auf dem afrikanischen Kontinent zu leisten.