Neue FriEnt-Studie zu chinesischen Friedenskonzeptionen erschienen

Cover der Studie: 'Chinese Concepions of Peace'. Grafische Darstellung einer chinesischen Flagge vor einer Waage und einer geöffneten Hand.

Die PRIF-Researcher Pascal Abb und Xinyu Yuan gehen der Frage nach, aus welchen Grundlagen sich aktuelle chinesische Friedenskonzepte speisen, und wie sie praktisch angewendet werden

China ist ein zu­nehmend wichtiger Akteur in der inter­nationalen Friedens­sicherung und Entwicklungs­zusammenarbeit in Konflikt­gebieten. Dabei folgt das Land einem eigenen Ansatz, der sich klar von westlichen Vor­stellungen eines „liberalen Friedens“ auf Grund­lage politischer Inklusion abgrenzt: stattdessen wird ein so genannter „Entwicklungs­frieden“ verfolgt, der wirt­schaftlichen Aufbau priorisiert. 

In der neuen Studie für die AG Frieden und Ent­wicklung gehen die PRIF-Researcher Pascal Abb und Xinyu Yuan der Frage nach, aus welchen Grund­lagen sich aktuelle chinesische Friedens­konzepte speisen, und wie sie praktisch angewendet werden. Die Studie wird am 17. November in Berlin präsentiert und mit Vertreter*­innen von Ministerien und Zivil­gesellschaft diskutiert. 

Chinas praktische Friedens­politik speist sich demnach vor allem aus jüngeren politischen, historischen und ideologischen Entwick­lungen. Staatlichen Autori­täten und ihrer entwicklungs­politischen Handlungs­freiheit wird für die Befrie­dung zerstrittener Gesell­schaften der größte Stellen­wert beigemessen. An einflussreiche Denk­schulen der chine­sischen Philo­sophie, die soziale  Gerechtig­keit und gütige Herrschaft als Friedens­grundlage ansehen, wird hingegen selten angeknüpft.

Trotz der klaren Unter­schiede zwischen europäischen und chine­sischen Ansätzen legt die Studie auch Möglich­keiten zur Kooperation dar: auf prak­tischer Ebene etwa in der gemein­samen Beteiligung an UN-Friedens­missionen und einem Dialog im Bereich konflikt­sensitiver Entwicklungs­ansätze, aber auch auf intellek­tueller Ebene in der Stärkung der chine­sischen Friedens- und Konflikt­forschung.

Die AG Frieden und Entwicklung bringt staat­liche Organisa­tionen, kirchliche Hilfswerke, zivil­gesellschaftliche Netz­werke und politische Stiftungen zusammen, um Prävention und Friedens­förderung gemeinsam stark zu machen. Die Arbeits­gemeinschaft setzt sich für eine partner­schaftliche, nach­haltige und inklusiv gestaltete Friedens­förderung in Deutschland, Europa und der Welt ein. Sie stärkt friedens­politische Stimmen, fördert den globalen Dialog und wirbt für die viel­fältigen Potentiale friedens­fördernder Ansätze und Strategien in Politik und Öffent­lichkeit.