Seit Jahrzehnten machen innerstaatliche Konflikte einen Großteil der bewaffneten Auseinandersetzungen weltweit aus, und bei vielen Konflikten handelt es sich um Kriege, die erneut ausgebrochen sind. Die Frage, wie ein nachhaltiger Frieden nach Bürgerkriegen erreicht werden kann, ist daher eine zentrale Frage der Friedensforschung.
Im soeben veröffentlichten Buch „Sustaining Peace After Civil War” untersucht Thorsten Gromes 48 Bürgerkriege, die zwischen 1990 und 2009 beendet wurden. Die Studie erfasst vor allem, wie militärische Macht während und nach den Bürgerkriegen verteilt ist und inwieweit die Konfliktparteien ihre politischen Forderungen umsetzen konnten. Ein stabiler Frieden ist unwahrscheinlicher, wenn das militärische Kräfteverhältnis zwischen den Konfliktparteien stark von der Verteilung politischer Vorteile abweicht.
Zu den weiteren Einsichten der Studie zählt, dass Friedensabkommen mindestens so effektiv wie militärische Siege darin sind, für stabilen Frieden zu sorgen. Nach bloßen Waffenstillständen ist der erneute Ausbruch des Konflikts dagegen wahrscheinlicher.
Die Studie liefert einen wichtigen Beitrag zur Bürgerkriegsforschung. Zudem besitzen die Ergebnisse hohe praktische Relevanz für friedensschaffende und -erhaltende Missionen.
Die Monografie geht auf die Habilitationsschrift von Thorsten Gromes zurück, die von Christopher Daase und Jonas Wolff (beide Goethe-Universität Frankfurt/PRIF) sowie Thorsten Bonacker (Philipps-Universität Marburg) begutachtet wurde. Die Habilitationsschrift ist im Rahmen eines Projekts entstanden, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde. Das Buch ist im Dezember 2025 in der Reihe „Studien des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung“ bei Springer VS erschienen.