In ihrem neuen Working Paper „Heuristik sicherheitspolitischer Entscheidungsprozesse“ beschäftigt sich Lea Deborah Scheu multiperspektivisch mit der Begründung von Maßnahmen gegen den Islamismus in Deutschland. Die Studie wurde im Rahmen des Konsortialprojekts „Konfigurationen von gesellschaftlichen und politischen Praktiken im Umgang mit dem radikalen Islam (KURI)“ durchgeführt.
In den letzten zwei Jahrzehnten wurden zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention von Islamismus eingeführt und vielfältige Austauschformate auf Bundes- und Länderebene etabliert. Das vorliegende Working Paper untersucht, auf welcher Grundlage sicherheitspolitische Maßnahmen entwickelt und begründet werden.
Die Analyse basiert auf 45 qualitativen Interviews mit Expert*innen aus Sicherheitsbehörden, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Politik, die zwischen 2023 und 2024 geführt wurden. Die Befragten äußerten sich unter anderem zu ihrer Bedrohungseinschätzung, zum wahrgenommenen öffentlichen Handlungsdruck sowie zum konkreten Bedarf an Maßnahmen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Islamismus weiterhin als konstant hohe Bedrohung eingeschätzt wird. Maßnahmen werden dabei sowohl als Reaktion auf islamistische Anschläge als auch im Sinne einer Anpassung an veränderte Handlungsweisen islamistischer Akteure verstanden. Gleichzeitig wird deutlich, dass unterschiedliche Akteursgruppen unterschiedliche Lösungsansätze bevorzugen.
Lea Deborah Scheu ist Doktorandin am Programmbereich Transnationale Politik sowie Mitglied der Forschungsgruppe Radikalisierung, Terrorismus und Extremismusprävention am PRIF. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen den Umgang von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren mit Islamismus sowie das Diversitätsverständnis in der Polizei.
Das Working Paper steht als Download (PDF, barrierefrei) zur Verfügung.