Für und mit Gesellschaft gestalten

Emelie Trenkler, Ursula Grünenwald, Nelli Gomez Baumert

V.l.: Emelie Trenkler, Ursula Grünenwald, Nelli Gomez Baumert. Foto: HfG Offenbach/Marie Schwarze

Ursula Grünenwald in der Jury des HfG-Rundgangpreises für Awareness und Empowerment

Am Freitag, den 10. Juli 2026, fand im Rahmen der Eröffnung des 28. Rund­gangs der Hoch­schule für Gestaltung (HfG) Offen­bach die Verleihung der Rundgang­preise an die Studierenden der Fach­bereiche Kunst und Design statt. Ursula Grünen­wald wirkte als unabhängige Jurorin an der Aus­wahl des Preises für Aware­ness und Empower­ment mit. Die aus Maria Sitte (Kunst­wissenschaft­lerin, Kuratorin) und Kira Bernauer (Designerin, HfG-Alumna) bestehende Jury zeichnete Arbeiten aus, die sich inhaltlich, strukturell, formal, theoretisch, ästhetisch und/oder politisch mit dem Thema Gleich­stellung und Diversität auseinander­setzen.

Der mit 2.500 Euro dotierte Preis ging zu gleichen Teilen an Nelli Gomez Baumert (Fach­bereich Kunst) für „Trabajar para vivir“ und Emelie Trenkler (Fach­bereich Design) für „Haltung hinter­fragen“. Beide Arbeiten überzeug­ten die Jury durch ihre intensive Zusammen­arbeit mit gesellschaft­lichen Akteuren.

Die dreiköpfige Jury zeichnete Nelli Gomez Baumerts Kurzfilm über die Migrations­geschichte von vier Spanierinnen aus, weil er ein differenziertes Bild ihrer Erfahrungen in der deutschen Gesell­schaft zeichnet. In einer mehr­monatigen milieu­sensiblen Recherche sei eine Arbeit ent­standen, die durch ihre (post-)migrantische, klassen­bezogene und historische Spann­weite beein­drucke, so die Jury. Der Film verknüpft Interview­szenen mit dokumentarischen und privaten Aufnahmen und vermag es, seinen Protagonistinnen eine Stimme zu geben, die – humor­voll wie bewegend – von Selbst­bestimmung und Solidarität erzählen.

Ebenfalls im dialogischen Prozess entwickelte Emelie Trenkler ihren Beitrag im Bereich Produkt­design für eine gesunde und inspirierende Lern­umgebung in Grund­schulen. Ihr Sitz­möbel „Ali“ transformiere den klassischen Holz­stuhl zu einem ergo­nomischen und pädago­gischen Gegen-Modell, lobte die Jury. Ihren neuen Möbel­typus, der Möglich­keiten zum Sitzen, Liegen, Stehen und Hängen bietet, habe Trenkler konse­quent aus einer umfang­reichen Recherche und mit Mut, die Art des Lernens zu über­denken, entwickelt.

Lobend erwähnte die Jury zudem die Arbeiten „Kapwa“ von Denise Go Siong und „Gaze Warning“ von Rosa Viktoria Ahlers. Denise Go Siong verbindet die Her­stellung von Teppichen mit Community-Aktivitäten und verknüpft materielle und soziale Nach­haltigkeit. Rosa Viktoria Ahlers thematisiert in ihrem Comic „Gaze Warning“ die Darstellung sexualisierter Gewalt in musealen Kontexten und sensibilisiert im Umgang mit gewalt­verherrlichenden Dar­stellungen.

Die HfG Offenbach öffnet traditionell zum Ende des Sommer­semesters drei Tage ihre Türen und ermöglicht Besucher*innen Einblicke in die Arbeiten der Studierenden aus den Fach­bereichen Kunst und Design. Der Rundgang­preis für Awareness und Empower­ment wurde in diesem Jahr zum achten Mal in Folge verliehen.