Die Rolle nationaler und internationaler Gerichte bei der Umsetzung der Verbote biologischer und chemischer Waffen

Saal des European Court of Human Rights; rechts und links blaue Stühle; mittig im Bild drei Tische um die Stühle stehen; im Hintergrund befinde sich eine große, sich durch denn Raum erstreckende und oval geformte Erhöhung aus Holz, die als Tisch agiert

Neues Working Paper von Elisabeth Hoffberger-Pippan

Übereinkommen zu biologischen (Biological Weapons Convention, BWC) als auch chemischen (Chemical Weapons Convention, CWC) Waffen verfügen über Instrumente und Mechanismen zur Durch­setzung der jeweiligen Verbote. In Zeiten geo­politischer Instabilität standen diese, zumeist politischen, Mechanismen jedoch wiederholt in der Kritik. 

Unterdessen lässt sich jedoch auch eine zunehmende Anzahl nationaler und internationaler Gerichts­verfahren beobachten, die im Kontext des Verbots biologischer und chemischer Waffen eingeleitet wurden. Zwar sind diese nicht immer unmittelbar auf das BWC oder das CWC gestützt, jedoch tragen sie doch zur Sicht­barkeit der entsprechenden Verbotsnormen bei und leisten – wenn auch außerhalb der eigentlichen Vertrags­regime – einen Beitrag zu deren Durch­setzung.  

Das neue Working Paper von Elisabeth Hoffberger-Pippan untersucht dazu die Rolle nationaler und internationaler Gerichte bei der Umsetzung der Verbote biologischer und chemischer Waffen. Sie zeigt, dass sich sowohl nationale als auch internationale Gerichte häufig mit prozessualen Beschränkungen konfrontiert sehen, die eine effektive Durchsetzung der entsprechenden Verbotsnormen erschweren können.  

Dennoch ist das Zusammenspiel der verschiedenen Institutionen, wie nationaler als auch internationaler Gerichte einschließlich des Europäischen Menschenrechts­gerichtshofs, bemerkenswert. Denn die schiere Anzahl an Gerichts­verfahren und die zeitgleiche Verschränkung von Fragen der Rüstungs­kontrolle mit beispielsweise menschen­rechtlichen Erwägungen verdeutlicht die normative Kraft­wirkung der Verbots­normen gegen chemische, aber letztlich auch biologische Waffen.

Das Working Paper ist als Down­load (PDF, barrierefrei) verfügbar.