Von der East West Street zum Anthropozän: Das Recht gegen Gewalt und Zerstörung

Philippe Sands und Hendrik Simon im Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse

Wie kann das Recht auf Massen­gewalt und schwerste Ver­brechen antworten? Die Frage ist alt – und wird ange­sichts der Kriege unserer Gegen­wart wieder mit neuer Dringlich­keit gestellt. Antworten gibt der dies­jährige Preis­träger des Friedens­preises des Deutschen Buch­handels, der britisch-französische Jurist, Menschen­rechts­anwalt und Schrift­steller Philippe Sands. Der Friedens­preis würdigt Sands als eine wichtige Stimme für Gerechtig­keit, Frieden und die Verteidi­gung des Völker­rechts. 

In seinen Büchern, ins­besondere der berühmten „East West Street“-Trilogie, beschäftigt sich Sands mit der Ent­stehung des modernen Völkerstraf­rechts, mit Rechts­begriffen wie „Genozid“ und „Verbrechen gegen die Menschlich­keit“, mit Immunität und Menschen­rechten sowie mit Fragen des Kolonialis­mus. Dabei verbindet er völker­straf­rechtliche Fragen mit auf­wändigen historischen Recherchen und persönlichen Geschichten. In seinem neuen, im Frühjahr 2027 erscheinenden Buch wendet er sich dem „Ökozid“ zu und damit der Frage, wie das Recht auf die schwerste Zerstörung von Öko­systemen und natürlichen Lebens­grundlagen durch Krieg­führung, industriellen Extrakti­vismus und den sich zuspitzenden Klima­wandel reagieren kann. Damit stellt sich auch die Frage, ob und wie solche Formen der Zerstörung als inter­nationales Verbrechen erfasst und völker­straf­rechtlich verfolgt werden können. 

Auf der Frankfurter Buch­messe spricht Philippe Sands mit dem Friedens­forscher und Historiker Hendrik Simon, assoziierter Forscher im Programm­bereich Internationale Insitutionen am PRIF, über die Geschichte, Gegen­wart und Zukunft des Völker­rechts, über Ökozid und über die Frage, welche Rolle das Recht in einer von massiver Gewalt und globaler Zerstörung geprägten Welt spielen kann: von der East West Street bis zum Anthropozän. 

Eine Kooperations­veranstaltung der Frankfurter Buch­messe mit dem Friedens­preis des Deutschen Buch­handels, dem Forschungs­institut Gesellschaft­licher Zusammen­halt (FGZ) an der Goethe-Universität Frank­furt am Main sowie dem Leibniz-Institut für Friedens- und Konflikt­forschung (PRIF).  

Wann: 10. Oktober 2026, 12:00–12:50 Uhr
Wo: Dialogue Stage (Foyer 4.0), Frankfurter Buch­messe, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frank­furt am Main

Das Gespräch findet auf Englisch statt.
Für die Teilnahme ist ein Fach- oder Privatbesucher*innenticket zur Frankfurter Buchmesse 2026 notwendig. Weitere Informationen zum Besuch finden sich auf der Website der Veranstaltung.