Lateinamerika zählt weltweit zu den Regionen mit der größten Dichte von demokratisch gewählten Regierungen. Aber vielerorts steht die Demokratie unter Druck: Eine sinkende Qualität der Demokratie, politische Polarisierung, wachsende Gewalt und Unsicherheit, fortbestehende soziale und ökonomische Ungleichheiten, autoritäre Tendenzen und eine anhaltende Legitimations- und Repräsentationskrise prägen die politische und gesellschaftliche Realität in vielen Ländern der Region. Gleichzeitig setzen sich soziale und indigene Bewegungen für eine demokratische Erneuerung ein, für mehr Autonomie und Partizipation, für eine Demokratie, die soziale Gerechtigkeit, kulturelle Pluralität und die kritische Auseinandersetzung mit dem Erbe der Vergangenheit Ernst nimmt.
Die Tagung „Umkämpfte Demokratien: Lateinamerika in transregionaler Perspektive“ der Arbeitsgemeinschaft deutsche Lateinamerikaforschung thematisiert die vielfältigen Aspekte des Kampfes um die Demokratie in Lateinamerika aus multidisziplinärer Perspektive, sie will aber auch über die Grenzen der Region Hinausschauen, nicht zuletzt auf Europa, wo viele Demokratien mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. Dabei geht es auch um grenzüberschreitende Prozesse der internationalen Vernetzung und Zusammenarbeit, die Demokratie förderliche, aber auch demokratiefeindliche Auswirkungen haben können. Martin Gubsch spricht auf dem ersten Panel zum Thema „Concerning Wüinma – Sacred places and other subaltern ontological claims in the face of participatory democratic mechanisms“. Jonas Wolff trägt mit der Keynote „Violencia y democracia en la región andina“ zum Panel „Andean Democracies in Decline? A Comparative Analysis“ bei.
Wann: 18.-20. Juni 2026
Wo: Berlin, am Ibero-Amerikanisches Institut (IAI)
Weitere Informationen sowie das gesamte Tagungsprogramm finden sich auf der Website von ADLAF.