Polen nach der Wahl – Von der europäischen Avantgarde in die Selbstblockade?

Diskussionsveranstaltung der Heinrich Böll Stiftung moderiert von Bruno Schoch

Trotz der Präsident­schaft eines rechts­populistischen PiS-Politikers ist es den Reform­politiker*innen um Donald Tusk nach dem russ­ländischen Überfall auf die Ukraine gelungen, zu einer maß­geblichen Gestaltungs­macht in der Euro­päischen Union zu avancieren. Nach der Präsident­schaftswahl im Juni dieses Jahres stellt sich die Situation aller­dings anders dar. Der neue Präsident Karol Nawrocki von der PiS wurde mit knapper Mehr­heit gewählt und steht ebenso wie sein Vor­gänger für die politische Spaltung des Landes. Seine politi­schen Neigungen scheinen eher Donald Trumps USA zu gelten als der Euro­päischen Union. Damit könnte Polen zum unge­wollten Unter­stützer Putins werden, sollte sich die US-Politik unter Trump nicht ändern.

Auch hat der Wahl­kampf in Polen gezeigt, dass sich mit anti­deutschen Ressentiments nach wie vor Wähler­stimmen gewinnen lassen. Allerdings hat die Bundes­republik in Vergangen­heit und Gegen­wart immer wieder auch An­lässe geboten, diese Stimmung zu be­feuern. Das jüngste Beispiel: Der gerade ge­wählte Kanzler Friedrich Merz kommt zu seinem Antritts­besuch nach Polen mit gegen Asyl­suchende gerichteten Grenz­kontrollen, die gelten­dem EU-Recht wider­sprechen.

Seit Jahren gelingt es anders als mit Frank­reich nicht, zu einer belast­baren Annäherung und Aus­söhnung, gar zur Freund­schaft zwischen Polen und Deutsch­land zu kommen. Woran liegt das? Welche kon­kreten Blockaden und Vor­urteile gibt es? Wie lassen sich diese ver­ringern? Was könnte und sollte die deutsche Politik leisten, um ange­sichts der bedrohlich düsteren Weltlage Euro­pas Einigkeit und Stärke voranzu­bringen?

Es diskutieren:

  • Peter Oliver Loew Direk­tor des Deutschen Polen-Instituts, Darm­stadt
  • Manfred Sapper Chef­redakteur der Zeitschrift „Osteuropa“, Berlin

Moderation:

  • Bruno Schoch, Politik­wissenschaftler, Peace Research Insti­tute Frankfurt (PRIF)

Wann: Dienstag, 18. Novem­ber 2025, 19:00 Uhr

Wo: Öko­haus, Kasseler Straße 1a, Frankfurt/Main

Weitere Infor­mationen finden sich auf der Web­site der Heinrich Böll Stiftung Hessen.