Nach dem Angriff auf den Iran – wie weiter?

Podiumsdiskussion mit Jonas Wolff

Inmitten von Verhandlungen mit dem Iran haben Israel und die USA – für nicht Wenige überraschend – das Land militärisch ange­griffen. Seit dem 28. Februar toben heftige Kämpfe, die auch unmittelbare Aus­wirkungen auf die benachbarten Golf­staaten und mit Zypern sogar auf die EU haben. Inner­halb weniger Tage wurden die politische und militärische Führung des Landes getötet, Luftwaffe und Marine sowie wichtige Infra­strukturen zerstört. Das iranische Volk wurde von Präsident Trump aufge­fordert, das Regime zu stürzen und die Macht in die eigenen Hände zu nehmen.

Auch wenn es sich um einen Schlag gegen ein furcht­bares Terror­regime handelt, dürfte ein eklatanter Bruch des Völker­rechts kaum bestreit­bar sein. Den USA ist seit dem Beginn der zweiten Präsident­schaft Trumps häufig vor­geworfen worden, sich um Völker­recht und inter­national anerkannte Regeln wenig zu scheren. Im Falle des Irans, das zeigt sich nicht zuletzt an den gespaltenen Reaktionen auf den Krieg, stehen die meisten Akteure vor einem Dilemma, das sich gerade auch beim Besuch von Kanzler Merz bei Trump gezeigt hat: Wie kann das Völker­recht geschützt und gleich­zeitig der Sturz einer Tyrannei begrüßt oder gar unter­stützt werden?

Der Iran selbst ist seit langem ein von innen wie außen geschwächtes Land. Die jahre­langen Sanktionen haben die Wirtschaft und die Finanzen an den Rand des Ruins gebracht. Trotz der hohen Ein­nahmen aus dem Verkauf fossiler Energien herrscht eine bittere Armut und Perspektiv­losigkeit im Land. Verstärkt wird sie noch durch die Klepto­kratie der Mullahs und Revolutions­garden, die sich einen Groß­teil dieser Einkünfte in die eigenen Taschen gesteckt haben. Die anhaltenden Proteste, ins­besondere der Frauen und der jungen Menschen, und die mörderischen Reaktionen des Mullah-Regimes darauf, haben dessen Herr­schaft zusätzlich stark geschwächt.

In diese Verhältnisse ist nun der Krieg herein­gebrochen. Wie werden sich die Angriffe auswirken? Auf wieviel Unter­stützung aus der Bevölkerung können die USA und Israel hoffen? Wie sehen die gesellschaft­lichen und politischen Verhält­nisse im Iran tatsächlich aus? Wer sind die Akteure und welche Ziele verfolgen sie? Schließ­lich: Was sind die Folgen des Angriffs im größeren Zusammen­hang, nicht zuletzt auf Russ­lands Krieg gegen die Ukraine? Ist damit der Beginn eines größeren, sich weiter ausbreitenden Krieges gelegt, der sich nicht (mehr) kontrollieren und steuern – und irgend­wann beenden – lässt? Nicht zuletzt haben sich auch innerhalb der EU deutliche Wider­sprüche in den Reaktionen gezeigt – was folgt daraus? Auch die ökonomischen Folgen, z.B. die Energie­versorgungs­sicherheit, sind derzeit unabsehbar – der Beginn einer globalen Rezession?

Im Rahmen der Reihe „Böll Inter­national“ diskutieren darüber:

  • Parastou Forouhar, iranische Künstlerin und Aktivistin
  • Ali Sadrzadeh, Journalist und Autor
  • Jonas Wolff, PRIF

Wann: Dienstag, 10. März 2026, 19:00 Uhr
Wo: Ökohaus, Kasseler Straße 1a, Frankfurt/M.

Weitere Informationen finden sich auf der Veranstaltungsseite.