Metaphorisch galt in Deutschland lange Zeit die ‚Tagesschau‘ als das mediale Lagerfeuer: Um 20 Uhr versammelten sich die Bundesbürger*innen vor ihren Endgeräten, blickten zusammen darauf, ‚was ist‘, und konnten sich am Folgetag darüber verständigen. Wenige Vorstellungen wirken heute so angestaubt! Nicht nur steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk durch interne Skandale sowie die politische Kritik an Einseitigkeit und ‚false balancing‘ im Kreuzfeuer. Ganz allgemein haben sich Koordinaten der medialen Verständigung verschoben: Streaming-Plattformen, Social Media und Algorithmen stehen den traditionellen Ideen von Gleichzeitigkeit, Linearität und Faktizität entgegen. Der Lokaljournalismus stirbt, während die Podcasts florieren. Und spätestens mit Donald Trump und Elon Musk scheint die mediale Aufmerksamkeitslogik gehackt worden zu sein – und jetzt auch noch KI!
Mit Anne Hähnig (ZEIT) und Thilo Jung (Jung & Naiv) stellen sich Nicole Deitelhoff und Michel Friedman die Fragen: Ist das mediale ‚Lagerfeuer der Nation‘ endgültig erloschen? Oder gibt es den geteilten gesellschaftlichen Erfahrungsraum noch? Und falls ja, wo? Wie können demokratische Gesellschaften erfolgreich durch den medialen Umbruch navigieren? Und welche Strukturen, Formate und Strategien braucht es dafür?
Nicole Deitelhoff und Michel Friedman verstehen sich selbst als „gastgebende Gäste“ und halten mit ihren eigenen Meinungen nicht hinter den Berg. Die Veranstaltung wird außerdem von Schüler*innen einer Schulklasse vom Gymnasium Nord (Westhausen) begleitet.
Wann: 15. Juni 2026, 19:30–21:30 Uhr
Wo: The English Theatre Frankfurt, Gallusanlage 7, 60329 Frankfurt am Main & online
Weitere Informationen finden sich auf der Website des FGZ.