Krieg als Herausforderung demokratischer Ordnung: Politische Theorie zwischen Norm und Affekt

Hendrik Simon spricht im Panel auf dem zweiten Internationale Kongress für Politische Theorie

Die jüngsten Kriege – etwa in der Ukraine oder im Nahen Osten – verdeut­lichen, wie sehr militärische Kon­flikte Demo­kratien in eine doppelte Spannung versetzen: Sie müssen Gewalt recht­fertigen oder verurteilen, ohne ihre eigenen normativen Grund­lagen preis­zu­geben, und zugleich gesell­schaft­lichen Zusammen­halt wahren. Unter Bedingungen globaler Unsicher­heit, moralischer Aufladung und wachsender Polari­sierung geraten zentrale Prinzipien demo­kratischer Ordnung – Freiheit, Recht, Ver­antwort­ung und Solidarität – in Bewegung.

Mit dieser Thematik befasst sich Hendrik Simon, assoziierter Forscher am PRIF, im Rahmen des zweiten Inter­nationalen Kongresses für Politische Theorie an der Universität Passau, der unter dem Leit­motiv „Backsliding, Resilienz, Erneuerung? Demo­kratie in Zeiten des Wandels“ steht.

Das von Hendrik Simon und Alexander Yendell (Forschungs­institut Gesellschaf­tlicher Zusammen­halt, FGZ) organisierte Panel „Krieg als Heraus­forderung demo­kratischer Ordnung“ diskutiert, wie Krieg im Rahmen der politischen Theorie verstanden werden kann: als Phänomen, das normative, rationale und emotionale Dimen­sionen politischen Handelns zugleich berührt. Es zielt darauf, unter­schied­liche Verständ­nisse von Krieg – etwa als sicher­heits- und ordnungs­politische Heraus­forderung, als moralisches Problem oder als affektive Erfahrung kollektiver Bedrohung – in einen theoretischen Dialog zu bringen. Krieg erscheint so als Grenz­fall politischer Ordnung, in dem sich Ratio­nalität, Norma­tivität und Emotion gegen­seitig durch­dringen und neue Spannungs­felder zwischen politischer Legiti­mität, gesell­schaft­licher Kohäsion und moralischer Orientierung entstehen.

Wann: 6. Oktober 2026, 11:00–12:45 Uhr
Wo: Universität Passau, Gebäude der wirtschafts­wissenschaft­lichen Fakultät, Innstr. 27, 94032 Passau

Weitere Informationen und Anmelde­möglichkeiten zum Kongress sowie zum Panel von Hendrik Simon finden sich auf der Website der Universität Passau.