Das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut (CAPAZ), die Goethe-Universität Frankfurt, das Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF), die Philipps-Universität Marburg und die Justus-Liebig-Universität Gießen laden zur Einreichung von Beiträgen für den Kongress „Zehn Jahre Unterzeichnung des Friedensabkommens in Kolumbien: Erkenntnisse, Herausforderungen und Aufgaben, um Komplexität zu reflektieren" (Spanisch: Diez Años de la Firma del Acuerdo de Paz en Colombia: Aprendizajes, retos y desafíos para reflexionar la complejidad) ein. Der Kongress findet am 14. und 15. Dezember 2026 in spanischer Sprache an der Goethe-Universität Frankfurt statt.
2016 endete der Verhandlungsprozess zwischen dem kolumbianischen Staat und der FARC-EP, einer der ältesten Guerillas der Welt, mit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens. Damit begann ein Übergangsprozess, der bis heute andauert. Trotz Spannungen und Kontroversen entstanden zahlreiche institutionelle und zivilgesellschaftliche Strategien zur Umsetzung des Abkommens, die breite internationale Unterstützung genießen.
Nach zehn Jahren Friedensabkommen fällt die Bilanz gemischt aus. Trotz Innovationen und Lernerfahrungen in der Friedenspolitik sieht sich das Land mit zunehmender Gewalt und Unsicherheit konfrontiert, die mit dem Wandel des Konflikts und seiner Akteure zusammenhängen. Zudem kritisieren verschiedene Seiten Mängel bei den Verhandlungen der Vorgängerregierung im Rahmen der sogenannten Paz Total-Strategie (Totaler Frieden), während die aktuelle Regierung wieder verstärkt auf bewaffnete Konfrontation als zentrale Staatstrategie setzt.
Politische und institutionelle Spannungen haben in den letzten Jahren die Reichweite, Kontinuität und Nachhaltigkeit des Friedensprozesses zunehmend infrage gestellt. Das weckt unter anderem ein wissenschaftliches Interesse an komplexen, interdisziplinären und kontextbezogenen Analysen des Prozesses, seiner Erfolge und Herausforderungen. Hinzu kommt, dass dies vor dem Hintergrund einer globalen politischen Lage geschieht, die von einer tiefen Krise der Demokratie und des Menschenrechtsschutzes geprägt ist.
Der Call for Papers richtet sich an Professor*innen, Postdoktorand*innen und Doktorand*innen, die ihre Vorschläge auf Spanisch oder Englisch einreichen können. Die Bewerbung beinhaltet eine Zusammenfassung von maximal 250 Wörtern und eine Biografie von maximal 150 Wörtern. Ausgewählte Personen können sich um ein Reisestipendium bewerben, das Transport und Unterkunft umfasst. Die thematischen Schwerpunkte und alle weiteren Informationen finden sich unter folgendem Link: Convocatoria para la Presentación de Ponencias-Frankfurt.docx
Bewerbungsschluss: 20. Oktober 2026
Kontakt für Rückfragen: convocatorias(at)instituto-capaz.org