Auf der Frankfurter Buchmesse 2026 sprach PRIF Researcher Hendrik Simon mit dem diesjährigen Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Philippe Sands über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Völkerrechts. Außerdem addressierten sie im Gespräch die Frage, welche Rolle das Recht in einer von Massengewalt und Zerstörung geprägten Welt spielen kann. Sands und Simon waren sich einig: Das Völkerrecht ist alles andere als perfekt – aber keineswegs am Ende, wie immer wieder behauptet wird.
Im Fokus standen dabei unter anderem Sands Bücher, von seinem „East West Street“ (dt.: „Rückkehr nach Lemberg“; 2016) bis zu seinem neuen Buch „The Fifth Crime“, in dem es um die angestrebte Einführung des Ökozids als fünftem Straftatbestand des Internationalen Strafgerichtshofs neben Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord und Aggression geht.
Der britisch-französische Jurist, Menschenrechtsanwalt und Schriftsteller Philippe Sands ist diesjähriger Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Der Friedenspreis würdigt ihn als eine wichtige Stimme für Gerechtigkeit, Frieden und die Verteidigung des Völkerrechts.
In seinen Büchern, insbesondere der berühmten „East West Street“-Trilogie, beschäftigt sich Sands mit der Entstehung des modernen Völkerstrafrechts, mit Rechtsbegriffen wie „Genozid“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, mit Immunität und Menschenrechten sowie mit Fragen des Kolonialismus. Dabei verbindet er völkerstrafrechtliche Fragen mit aufwändigen historischen Recherchen und persönlichen Geschichten.
Zudem hat die taz ein Gespräch von Philippe Sands und Hendrik Simon veröffentlicht.
Eine englische Langfassung findet sich auf dem Völkerrechtsblog.