In Zeiten eskalierender geopolitischer Spannungen und Konflikte sind nichtmilitärische Mechanismen zur Konfliktprävention und -lösung von entscheidender Bedeutung. In der vergangenen Woche schloss das von Antonia Witt geleitete Forschungsnetzwerk „African Non-Military Conflict Intervention Practices“ (ANCIP) seine erste Förderphase mit einer Woche intensiver politischer Zusammenarbeit in Addis Abeba erfolgreich ab.
Das ANCIP-Team stand im Austausch mit wichtigen Akteuren, darunter die Abteilung für politische Angelegenheiten, Frieden und Sicherheit der Afrikanischen Union (AU PAPS) und das GIZ-Büro bei der Afrikanischen Union, und organisierte in Zusammenarbeit mit dem Kooperationsbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung bei der Afrikanischen Union einen hochrangigen Dialog mit Botschaften, Thinktanks und Forschungseinrichtungen. Darüber hinaus wurden im Rahmen bilateraler Treffen die Forschungsergebnisse von ANCIP vorgestellt und diskutiert:
Auf Grundlage der Ergebnisse aus den verschiedenen Teilprojekten des Forschungsnetzwerks diskutierte das ANCIP-Team unter anderem, wie die Interaktion zwischen Frühwarnsystemen und präventiven Gremien wie dem „Panel of the Wise“ der Afrikanischen Union gestärkt werden kann. PRIF-Forscherin Hilda Milka Koyier hob die entscheidende Rolle der AU-Verbindungsbüros als institutionelle Ressourcen für die strukturelle Konfliktprävention hervor. Im Zusammenhang mit dem Thema zivilgesellschaftliches Engagement betonten die PRIF-Wissenschaftler*innen Lamine Savané und Antonia Witt die Notwendigkeit, bewährte Praktiken für die Interaktion mit zivilgesellschaftlichen Akteuren bei nichtmilitärischen Konfliktinterventionen zu verbreiten, und stellten Forschungsergebnisse dazu vor, wie bestehende Vorurteile bei der Einbeziehung der Zivilgesellschaft überwunden werden können.
Das Team stellte zudem die ANCIP-Datenbank und das Dashboard vor, die die Interventionspraktiken der Afrikanischen Union und der ECOWAS rekonstruieren und visualisieren.
Über ANCIP:
ANCIP ist ein gemeinsames Forschungsnetzwerk des Friedensforschungsinstituts Frankfurt (PRIF), des Leipziger Forschungszentrums Global Dynamics und des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF) an der Universität Duisburg-Essen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Ab dem 1. April tritt ANCIP in seine zweite Förderphase ein (bis März 2028), in der der Schwerpunkt auf dem Ausbau der ANCIP-Datenbank und der Erforschung von Schnittstellen zwischen militärischen und nichtmilitärischen Konfliktinterventionen liegt.