Sicherheit, Wissenschaft und Verantwortung

Nicole Deitelhoff, Annette Barkhaus, Ursula Birsl, Jürgen Scheffran, Peter Schreiner und Christopher Daase auf dem Panel bei der abschließenden Podiumsdiskussion.

Hochschulöffentliche Tagung zur Rolle von Wissenschaft in Konflikt- und Krisenzeiten

Welche Rolle und Verant­wortung tragen Wissen­schaft und Forschung in Zeiten veränderter sicherheits­politischer An­forderungen? Wie kann und sollte sicherheits­relevante Forschung künftig an Hoch­schulen erfolgen? Und wie kann die Friedens­orientierung von Hochschulen mit veränderten sicherheits­politischen An­forderungen in Einklang gebracht werden?

Diese Fragen standen im Zentrum der hochschul­öffentlichen Tagung „Sicherheit, Wissenschaft, Verantwortung – Forschung in Konflikt- und Krisenzeiten“, die das PRIF am 08. Dezember in Darmstadt aus­richtete. Im Rahmen von Podiums­diskussionen und Workshops setzten sich die Teil­nehmenden mit verschiedenen Perspektiven auf die Rolle und Verant­wortung von Wissen­schaft und Forschung im Kontext der Zeiten­wende auseinander.

Neben mehr als 70 Vertreter*­innen verschie­dener hessischer Hoch­schulen war auch der hessische Staatsminister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur Timon Gremmels anwesend. In seinem Gruß­wort betonte er besonders die gesell­schaftliche Verant­wortung von Hoch­schulen und Forschung in Krisen­zeiten sowie die Bedeutung ihrer Un­abhängigkeit und stellte sich den Fragen der Teil­nehmenden zum politischen Umgang mit den neuen Fragen nach Forschungs­sicherheit und sicherheits­relevanter Forschung.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Christopher Daase (stellv. Geschäfts­führendes Vorstands­mitglied, PRIF) beleuchtete das erste Panel unter Moderation von Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Geschäfts­führendes Vorstands­mitglied, PRIF), wie umfassend die veränderte geo­politische Lage auch den Wissenschafts­betrieb betrifft: Während Prof. Dr. Ulrich Schlie (Direktor des Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies – CASSIS, Universität Bonn) und Prof. Dr. Dr. Michael Lauster (RWTH Aachen/ Fraunhofer INT) aktuelle Herausforderungen für Wissen­schaft und Forschung aus Perspektive der Strategie­forschung und der angewandten Forschung skizzierten, ordneten Prof. Dr. Tanja Brühl (Präsidentin, TU Darmstadt) und Dr. Andreas Keller (Mitglied des Geschäfts­führenden Vorstands, GEW) die resultierenden Debatten und mögliche Konsequenzen aus Perspektive einer Hochschul­leitung sowie aus gewerk­schaftlicher Sicht ein.

In den an­schließenden Workshops tauschten sich die Teil­nehmenden in kleinen Arbeits­gruppen vertieft zu verschie­denen Fragen aus – etwa zu Zivilität und Friedens­orientierung (Prof. Dr. Jürgen Scheffran, Universität Hamburg und Vorstands­mitglied „NatWiss – Verant­wortung für Frieden und Zukunfts­fähigkeit“), Forschungs­sicherheit (Peter R. Schreiner, Direktor des Instituts für Organische Chemie, JLU Gießen), Wissenschafts­freiheit (Frau Dr. Annette Barkhaus, stellv. Leiterin der Abteilung Forschung, Wissenschaftsrat) und den Heraus­forderungen der Sicherheits- und Verteidigungs­forschung (Prof. Dr. Ursula Birsl, Vorsitzende der Kommission „Forschung und Verantwortung“, Universität Marburg).

Abschließend wurden die zentralen Diskussions­punkte und Ergebnisse aus den Workshops zusammen­getragen und reflektiert – insbesondere mit Blick auf mögliche Impulse, die von der Tagung für die weitere Debatte zu sicherheits­relevanter Forschung, Forschungs­sicherheit und Friedens­orientierung in Hessen aus­gehen sollten.

Die Tagung war Teil des Dialog­forums „Sicherheits­forschung und Zivil­klausel”. Der Dialog­prozess wird durch das PRIF geplant aus­gestaltet und durch das Hessische Ministerium für Wissen­schaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) gefördert. Das Programm der Tagung kann auf der Veranstaltungs­seite eingesehen werden.

Fotos: Uwe Dettmar / Alle Rechte Vorbehalten