PRIF und Alte Oper laden ein

Das Kalliope Quartett nach Schostakowitschs Streichquartett Nr. 7 fis-Moll op. 108

Vorträge zum Thema „Musik in politischen Konflikten“ begleitet vom Kalliope Quartett

Am 17. Mai ko­operierte PRIF im Rahmen des Formats „Musik plus“ mit der Alten Oper. Das Institut öffnete am Nach­mittag seine Türen für rund 70 Gäste, bevor diese am Abend dem Gewand­haus­orchester in der Alten Oper lauschen konnten. Bei beiden Teilen der Ver­anstaltung drehte sich alles um die beiden russ­ischen Kompo­nisten Sergej Rach­maninow und Dmitri Schosta­kowitsch. 

Im PRIF er­wartete die Gäste nicht nur das talen­tierte Kalliope Quartett, zu dem sich vier Stu­dent­innen der Frank­furter Hoch­schule für Musik und Dar­stellende Kunst zu­sammen­gefunden haben, sondern auch zwei kurze Vorträge zum Thema „Musik, Konflikt und Frieden“: Christopher Daase widmete sich in seinem den ver­schie­denen Rollen, die Musik im Kon­text von Krieg und Frieden spielen kann. Sowohl Rach­maninow als auch Schosta­kowitsch setzten sich mit der stalin­istischen Diktatur auseinander. Wie Daase betonte, kann Musik „ein Ort des Wider­stands sein, ein Raum für Ambi­valenz, für das Un­sagbare“. Davon konnten sich die Gäste im An­schluss an seinen Vor­trag selbst über­zeugen, denn das Kalliope Quartetts spielte Schosta­kowitschs Streich­quartett Nr. 7 fis-Moll op. 108.  

Irene Weipert-Fenner setze das Pro­gramm des Nach­mittags mit ihrem Vor­trag „Herr­schaft und Wider­stand in auto­ritären Re­gimen“ fort. Sie stellte dar, wie sich Re­volu­tionen im Laufe der Zeit ge­wandelt haben, wobei nicht zuletzt die sozialen Medien eine große Rolle spielten, die von Protestierenden zur Mobilisierung sowie von autokratischen Herrschern zur Überwachung und Diffamierung ebenjener genutzt werden. Irene Weipert-Fenner schloss ihren Vor­trag mit aktuellen Forschungs­ergebnissen zur sozialen und emo­tionalen Dyna­mik von Protest­beweg­ungen. Auch ihre Worte rundete das Kalliope Quartett musi­kalisch mit dem 4. Satz Presto agitato aus Felix Mendels­sohns Streich­quartett Nr. 4 / 2 in e-Moll ab.  

Bevor sich die Gäste auf den Weg zur Alten Oper machten, konnten sie sich noch mit den Referier­enden über ihre Ein­drücke aus­tauschen. Einig waren sich wohl alle: Musik ist mehr als Unter­haltung. Sie kann Aus­druck von Revo­lution und gesell­schaft­lichem Wandel sein – und Menschen über Diszi­plinen hin­weg mit­einander ins Ge­spräch bringen.

Hier geht es zur Veranstaltungsankündigung der FAZ vom 26. April 2026: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kultur/alte-oper-frankfurt-hoehepunkte-im-programm-2026-accg-200757445.html