Am 22. Oktober nahm Nicole Deitelhoff am Czech Security Forum in Prag teil, wo sie mit weiteren Gästen auf dem Podium zur Nato und der Zukunft der europäischen Sicherheit diskutierte. Unter dem Titel „Polarization, Interference, and Fragmentation of the Western Alliance“ widmete sich die Konferenz in diesem Jahr dem grundlegenden Wandel des „Westens“ von einem verhältnismäßig stabilen geopolitischen Block in ein fragmentiertes und innerlich umkämpftes Gebilde. Die Veranstaltung wurde vom Institute of International Relations Prague und dem Peace Research Center Prague organisiert und von einer Reihe internationaler Akteure unterstützt.
Nach einer Keynote Speech von Brett Ashley Leeds (Rice University) zum gegenwärtigen Verhältnis der USA zu militärischen Allianzen und möglichen Auswirkungen auf deren Verbündete sprach Nicole Deitelhoff mit dem früheren Direktor für Nuklearpolitik der Nato, Jim Stokes, und Lauren Sukin (University of Oxford) über Russland als Bedrohung für die Nato, die Potenziale Europas und der Bedeutung einer verstärkten Kooperation zwischen den relevanten Akteuren. Dabei betonte sie: „Je schwächer die transatlantischen Beziehungen sind, desto schwächer ist Europa“. Sie verwies auf die Herausforderung für Europa, nicht nur die nachlassende militärische Unterstützung der USA aufzufangen, sondern auch stärkere Verantwortung innerhalb der Nato zu übernehmen – was innenpolitische Dynamiken in Ländern wie Frankreich und Deutschland derzeit in Frage stellten.
Die Konferenz fand in Kooperation mit dem Institute of International Studies und der Fakultät für Sozialwissenschaften der Karls-Universität Prag, dem Prager Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie den Botschaften Norwegens und Dänemarks in Prag statt. Sie wurde gefördert im Rahmen des INTERFER-Projekts des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.