Polarisierung, Einflussnahme und Fragmentierung

Nicole Deitelhoff auf dem Czech Security Forum 2026

Am 22. Oktober nahm Nicole Deitelhoff am Czech Security Forum in Prag teil, wo sie mit weiteren Gästen auf dem Podium zur Nato und der Zukunft der euro­päischen Sicher­heit diskutierte. Unter dem Titel „Polarization, Inter­ference, and Frag­mentation of the Western Alliance“ widmete sich die Konferenz in diesem Jahr dem grundlegenden Wandel des „Westens“ von einem verhältnismäßig stabilen geo­politischen Block in ein fragmentiertes und innerlich umkämpftes Gebilde. Die Ver­anstaltung wurde vom Institute of Inter­national Relations Prague und dem Peace Research Center Prague organisiert und von einer Reihe inter­nationaler Akteure unterstützt.

Nach einer Key­note Speech von Brett Ashley Leeds (Rice University) zum gegen­wärtigen Verhältnis der USA zu militärischen Allianzen und möglichen Aus­wirkungen auf deren Verbündete sprach Nicole Deitelhoff mit dem früheren Direktor für Nuklearpolitik der Nato, Jim Stokes, und Lauren Sukin (University of Oxford) über Russ­land als Be­drohung für die Nato, die Potenziale Europas und der Bedeutung einer ver­stärkten Kooperation zwischen den relevanten Akteuren. Dabei betonte sie: „Je schwächer die trans­atlantischen Beziehungen sind, desto schwächer ist Europa“. Sie verwies auf die Heraus­forderung für Europa, nicht nur die nachlassende militärische Unter­stützung der USA aufzufangen, sondern auch stärkere Ver­antwortung innerhalb der Nato zu übernehmen – was innen­politische Dynamiken in Ländern wie Frank­reich und Deutsch­land derzeit in Frage stellten. 

Die Konferenz fand in Kooperation mit dem Institute of International Studies und der Fakultät für Sozial­wissenschaften der Karls-Universität Prag, dem Prager Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie den Botschaften Norwegens und Dänemarks in Prag statt. Sie wurde gefördert im Rahmen des INTERFER-Projekts des Europäischen Fonds für regionale Ent­wicklung.