In seinem neuen PRIF Working Paper beschäftigt sich Peter Kreuzer mit der Rolle von Bürgermeister*innen im sogenannten Krieg gegen Drogen auf den Philippinen. Er untersucht, wie die Führungsmerkmale und emotionalen Reaktionen von Bürgermeister*innen die lokalen politischen Reaktionen auf Präsident Dutertes Vorgehen gegen den Drogenhandel und -konsum auf den Philippinen sowie das Ausmaß tödlicher Polizeigewalt beeinflussten.
Die Analyse stützt sich auf nahezu 50 Interviews mit Bürgermeister*innen, Polizeichef*innen, Staatsanwält*innen und anderen Amtsträger*innen in wichtigen Städten der Philippinen. Sie zeigt, dass Persönlichkeitsmerkmale wie der Glaube an persönliche Kontrolle, Machtstreben und Selbstvertrauen den Umgang der Bürgermeister*innen mit Dutertes Krieg gegen Drogen beeinflussten.
Das Working Paper trägt zum Verständnis bei, wie individuelle Eigenschaften und emotionale Reaktionen politische Entscheidungsprozesse und Ergebnisse prägen können, und plädiert für eine stärkere Berücksichtigung von Persönlichkeit in der Politikwissenschaft. Durch die Hervorhebung der Rolle lokaler politischer Führung unterstreicht es zudem die Bedeutung des politischen Umfelds, in dem polizeiliches Handeln stattfindet, für die Forschung zum Einsatz polizeilicher Gewalt und darüber hinaus.
Peter Kreuzer ist Vorstandsmitglied am PRIF, Senior Researcher am Programmbereich Innerstaatliche Konflikte und Projektleiter des Projekts „Demokratie jenseits legitimen Zwangs: Tödliche Gewaltanwendung durch die Polizei in den Philippinen und Brasilien“. Sein Forschungsfokus liegt auf politischer Gewalt in den Philippinen und maritimen Konflikten im Südchinesischen Meer.
Das Working Paper steht zum Download (pdf, barrierefrei) zur Verfügung.