Personality Matters: Wie Bürgermeister*innen mit Rodrigo Dutertes Krieg gegen die Drogen auf den Philippinen umgingen

Foto eines Mannes, der die linke Hand auf ein Buch legt, das eine neben ihm stehende Frau hält, und die rechte Hand erhoben hat. Dahinter stehen zwei weitere Männer. Auf der anderen Seite steht ein Mann, der ebenfalls die rechte Hand erhoben hat und in der anderen Hand ein Klemmbrett hält, von dem er etwas abliest. Im Hintergrund sieht man ein Wappen und eine Statue.

30. Juni 2019: Oberster Richter Lucas P. Bersamin (links) nimmt den Eid des Bürgermeisters von Manila, Francisco Moreno Domagoso, im Bulwagang Katipunan des Rathauses von Manila ab. Foto: Avito Dalan via wikimedia commons, Public Domain.

Neues Working Paper von Peter Kreuzer

In seinem neuen PRIF Working Paper beschäftigt sich Peter Kreuzer mit der Rolle von Bürger­meister*innen im sogenannten Krieg gegen Drogen auf den Philippinen. Er unter­sucht, wie die Führungs­merkmale und emotionalen Reaktionen von Bürger­meister*innen die lokalen politischen Reaktionen auf Präsident Dutertes Vorgehen gegen den Drogen­handel und -konsum auf den Philippinen sowie das Aus­maß tödlicher Polizeigewalt beeinflussten.  

Die Analyse stützt sich auf nahezu 50 Inter­views mit Bürgermeister*innen, Polizei­chef*innen, Staats­anwält*innen und anderen Amts­träger*innen in wichtigen Städten der Philippinen. Sie zeigt, dass Persönlichkeits­merkmale wie der Glaube an persönliche Kontrolle, Macht­streben und Selbst­vertrauen den Umgang der Bürger­meister*innen mit Dutertes Krieg gegen Drogen beein­flussten. 

Das Working Paper trägt zum Verständnis bei, wie individuelle Eigen­schaften und emotionale Reaktionen poli­tische Entscheidungs­prozesse und Ergebnisse prägen können, und plädiert für eine stärkere Berück­sichtigung von Persönlichkeit in der Politik­wissenschaft. Durch die Hervor­hebung der Rolle lokaler politischer Führung unter­streicht es zudem die Bedeutung des politischen Um­felds, in dem polizeiliches Handeln stattfindet, für die Forschung zum Einsatz polizei­licher Gewalt und darüber hinaus. 

Peter Kreuzer ist Vorstands­mitglied am PRIF, Senior Researcher am Programm­bereich Innerstaatliche Konflikte und Projekt­leiter des Projekts „Demokratie jenseits legitimen Zwangs: Tödliche Gewaltanwendung durch die Polizei in den Philippinen und Brasilien“. Sein Forschungsfokus liegt auf politischer Gewalt in den Philip­pinen und maritimen Konflikten im Süd­chi­nesischen Meer. 

Das Working Paper steht zum Down­load (pdf, barrierefrei) zur Verfügung.