Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und der Krise internationaler Verträge ist die Zukunft der nuklearen Verifikation ungewiss. Vor diesem Hintergrund veranstalteten das Vienna Center for Disarmament and Non-Proliferation (VCDNP) und das Forschungskonsortium „VeSPoTec – Verification in a complex and unpredictable world: social, political and technical processes“ am 4. Februar 2026 einen Expertenworkshop in Wien mit dem Titel „Prospects for Nuclear Verification in Times of Uncertainty and Crisis“.
Bei dem Workshop kamen Expert*innen aus Wissenschaft, Forschungseinrichtungen, diplomatischen Vertretungen und internationalen Organisationen zusammen, um die aktuellen Herausforderungen der nuklearen Verifikation zu diskutieren und mögliche Zukunftsperspektiven zu erörtern. Noah Mayhew, Nikolai Sokov (beide VCDNP), Leonardo Bandarra (Universität Duisburg-Essen/VeSPoTec) und Carmen Wunderlich (ebenfalls Universität Duisburg-Essen/VeSPoTec) trugen als führende Expert*innen mit ihren Beiträgen zu dem Austausch bei. Die Eröffnungsreden hielten Elena K. Sokova (Geschäftsführerin von VCDNP) und Malte Göttsche (CNTR/VeSPoTec).
Während des Workshops befassten sich die Teilnehmer*innen mit der Umsetzung von Sicherungsmaßnahmen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) in Krisensituationen, insbesondere wenn kerntechnische Anlagen in bewaffnete Konflikte verwickelt sind oder sich in Katastrophengebieten befinden. Angesichts der Erosion wichtiger Rüstungskontrollabkommen, die historisch gesehen vom Globalen Norden dominiert wurden, betonten die Teilnehmenden außerdem die Notwendigkeit adaptiver Strategien zur Aufrechterhaltung der Verifizierungsbemühungen und die entscheidende Rolle des Globalen Südens bei der Gestaltung von Verifizierungspraktiken für den Aufbau eines inklusiveren und wirksameren internationalen Rahmens.
Zum Abschluss der ersten Förderphase von VeSPoTeC richtet der Workshop den Blick auch auf die Zukunft und die zweite Förderphase (2026–2028). Die nächste Phase unter Leitung von Malte Göttsche am PRIF koordiniert wird sich unter dem Titel „Knowing in the Nuclear Weapons World” mit den politischen, erkenntnistheoretischen, technischen und strategischen Prozessen befassen, die die nukleare Verifikation prägen.