Netzwerke für den Wandel: Bildungsarbeit zum Thema Abrüstung in der Praxis

Zwei Menschen sitzen auf einem Podium. Im Hintergrund ist eine Person auf einer Leinwand vergrößert. Daneben steht ein Aufsteller mit dem Logo der Vienna Conversation Series.

ACONA Projektdirektor auf dem Podium bei der Vienna Con­versation Series

Am 23. September 2026 war Jan Quosdorf, Projekt­direktor der Arms Control Negotiation Academy (ACONA) am PRIF, Podiums­gast bei der Vienna Con­versation Series, einer Gesprächs­reihe des Büros der Vereinten Nationen für Abrüstungs­fragen (UNODA) in Wien. Bei der Veran­staltung „Networks for Change: Disarmament Education in Practice“ im Vienna Inter­national Centre und online disku­tierte er gemein­sam mit Dr. Megan MacKenzie, Simons Chair in Peace, Disar­mament and Human Security an der Simon Fraser University, über die Praxis von Bildungs­angeboten in Abrüstungs- und Nichtverbreitungs­fragen. Moderiert wurde das Gespräch von Elena Sokova, Exekutiv­direktorin des Vienna Center for Disar­mament and Non-Proliferation (VCDNP). Quosdorf war eingeladen, sowohl seine Erfahrung als Projekt­direktor von ACONA als auch als nationaler Koordinator deutscher Jugend­netzwerke und Berater für das Joint Education Projekt von UNODA und VCDNP einzu­bringen.

Im Zeitalter von KI und ständiger Ver­netzung kann „unsere Fähigkeit, Wissen zu erwerben, auch zu einer ständigen Erwartungs­haltung, etwas zu wissen“ werden, sagte Jan Quosdorf auf dem Podium. Zivil­gesellschaftliche und Jugend­organisation sind wichtig um Zeit und Raum für origi­nelles Denken, abseits von Prüfungs- und Weiterbildungs­druck zu schaffen. Partizipation in diesen Räumen ist jedoch fragil und ein Privileg, welches nicht für gegeben hinge­nommen werden sollte.

Dr. MacKenzie ordnete die Dis­kussion zusätzlich in die Ergebnisse eines zwei­tägigen Bildungs­workshops ein, den die Simons Foundation unmittel­bar zuvor in Wien als zweite Auflage eines Formats zur nuklearen Abrüstungs­erziehung ausgerichtet hatte.

Eröffnet wurde die Veran­staltung von S.E. José Antonio Zabalgoitia Trejo, Ständiger Vertreter Mexikos bei den Inter­nationalen Orga­nisationen in Wien, sowie von Rebecca Jovin, Leiterin des Wiener Büros von UNODA. Zabalgoitia verwies dabei auf die zwei­jährlich verabschiedete Resolution der UN-General­versammlung zu Abrüstungs- und Nichtver­breitungserziehung, für die Mexiko als feder­führendes Land verant­wortlich zeichnet, sowie auf die von Mexiko ange­stoßene UN-Studie zu diesem Thema aus dem Jahr 2002. Jovin stellte zentrale Trends aus dem aktu­ellen Bericht des UN-Generalsekretärs zu Abrüstungs- und Nichtverbreitungs­erziehung vor. Bildung, so der Grund­tenor, ist ein Werkzeug, eine Voraus­setzung und Teil der Infra­struktur der Abrüstung.

Jan Quosdorf ist Projekt­direktor der Arms Control Negotiation Aca­demy (ACONA) im Programm­bereich Internationale Sicherheit am PRIF. Er forscht zu Fragen von Rüstungs­kontrolle, Nichtver­breitung und Abrüstung.