Selma Kropp, von März bis Mai 2024 Gastwissenschaftlerin am PRIF im Programmbereich Internationale Institutionen, hat ihr aktuelles Forschungsprojekt abgeschlossen. Unter dem Titel „Children’s Rights in the Context of Migration. Navigating the Regime Complex between Strasbourg, Brussels, and Geneva“ untersuchte sie, welche Möglichkeiten europäische Bürokrat*innen haben, um strittige Kinderrechtsthemen wie den Freiheitsentzug von Kindern in Migrationssituationen auf die europäische Agenda zu setzen.
Die Möglichkeit, in ihrer Forschung einen Aspekt ihrer im Frühjahr 2025 abgeschlossenen Promotion am European University Institute in Florenz aufzugreifen, bot Selma Kropp das Claus Wisser Fellowship 2024/25 zum Thema „Die Zukunft der Demokratie“. Das Programm bringt jährlich zwei herausragende Postdoktorand*innen nach Frankfurt, um zu zentralen Fragen der Transformation normativer Ordnungen zu forschen.
Anhand von Interviews mit Angehörigen von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen hat sie konkrete Mechanismen herausgearbeitet, mittels denen Bürokrat*innen – auch gegen das Interesse anderer Mitgliedsstaaten – umstrittene Themen präsent halten. Angesichts der trotz selbstgesetzter Standards weiterhin praktizierten Inhaftierung von Kindern warnt die Politikwissenschaftlerin: „Wenn ganz grundsätzlich infrage gestellt wird, dass Menschen Grundrechte haben, dann bewegt sich der Diskurs in eine besorgniserregende Richtung.“
Die Fellowships am Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität werden durch eine großzügige Spende des verstorbenen Claus Wisser gefördert und in Kooperation mit der Pro Universitate Stiftung durchgeführt. Verantwortlich für das Programm, das im Jahr 2024/2025 neben Selma Kropp auch ihr Kollege Luca Hemmerich abgeschlossen hat, sind Rainer Forst und Nicole Deitelhoff.
Ausführliche Informationen zu den Fellows 2024/2025 finden sich im Magazin UniReport der Goethe-Universität Frankfurt.