Karim-Aly Kassam ist Gastprofessor am PRIF

Karim-Aly Kassam steht in einer Berglandschaft, im Hintergrund eine Bergkette

Prof. Kassam während seiner Feldforschungen im Pamir-Gebirge in Tadschikistan, 2017. Copyright: Tobias Kraudzun

K. Kassam forscht im Programmbereich Glokale Verflechtungen

Karim-Aly Kassam ist Umwelt- und Sozial­wissenschaftler und inter­nationaler Professor für Umweltwissenschaften und Indigenous Studies an der Cornell Uni­versity. Er ist am Fach­bereich für natürliche Ressourcen und Umwelt sowie am American Indian and Indi­genous Studies Program tätig. Außer­dem ist er Mitglied der Forschungs­programme für Friedens- und Konflikt­forschung, globale Entwicklung und Asien­studien. Von Februar bis März 2026 wird Kassam im Programm­bereich Glokale Verflechtungen am PRIF arbeiten.

Zu seinen Forschungs­themen gehören biokulturelle Vielfalt, Klima­anpassung, Ernährungs­souveränität, das ökologische Wissen indigener Gemein­schaften und pluralistische Forschungs­ansätze. Kassam arbeitet mit indigenen Gemein­schaften und lokalen Akteuren zusammen, ins­besondere in Regionen, die bedeutende öko­logische Veränderungen durchlaufen, darunter die zirkum­polare Arktis, boreale Waldgebiete Nord­amerikas und Hoch­gebirgsregionen in Zentral­asien.

Prof. Kassams Forschung und Lehre basieren auf dem Dienst an der Gemein­schaft – sie verbinden wissen­schaftliche Arbeit mit ethischer Verant­wortung. Dabei untersucht er, wie bio­logische und kulturelle Viel­falt sich gegenseitig stärken und so nachhaltige Lebens­grundlagen sichern.

Seine aka­demische Laufbahn ist geprägt von einem inter­disziplinären Hintergrund: Nach einem Bachelor-Abschluss in Wirtschafts­wissenschaften an der University of Calgary (1987) folgte ein MPhil in Islam­wissenschaften an der University of Cambridge (1992), ein MSc an der London School of Eco­nomics (1993) und ein PhD an der Cornell Uni­versity (2005). Seit 2007 ist er inter­nationaler Professor an der Cornell University. 

Die enge Verbindung zwischen Forschung und sozialer Verant­wortung spiegelt sich auch in den Auszeich­nungen von Prof. Kassam wider. Im Jahr 2020 wurde er Global Public Fellow am Einaudi Center der Cor­nell University und 2022 erhielt er den Kendall S. Carpenter Memorial Advising Award. Es folgten 2023 der Community-Engaged Prac­tice and Innovation Award und die Er­nennung zum Professor Honoris Causa an der American Uni­versity of Central Asia. Im Jahr 2024 wurde er für seine Arbeit als Global Public Intel­lectual mit dem Freedom of Expression Fellowship ausge­zeichnet. Im selben Jahr erhielt er den Career Achieve­ment Award for Inter­national Impact von der University of Calgary für seine For­schung zu indigenem Wissen und ange­wandten Wissenschaften, die zu einer Methodik und Pädagogik der Hoff­nung für die Klimakrise geführt hat. Außer­dem wurde er für seinen Einsatz für den Frieden und die Rettung junger Flücht­linge gewürdigt. Im Jahr 2025 erhielt Professor Kassam ein Stipen­dium für Archiv­forschungen zu den Grundlagen des Plura­lismus am Helmrich Center for American Research in Tulsa, Okla­homa.