Karim-Aly Kassam ist Umwelt- und Sozialwissenschaftler und internationaler Professor für Umweltwissenschaften und Indigenous Studies an der Cornell University. Er ist am Fachbereich für natürliche Ressourcen und Umwelt sowie am American Indian and Indigenous Studies Program tätig. Außerdem ist er Mitglied der Forschungsprogramme für Friedens- und Konfliktforschung, globale Entwicklung und Asienstudien. Von Februar bis März 2026 wird Kassam im Programmbereich Glokale Verflechtungen am PRIF arbeiten.
Zu seinen Forschungsthemen gehören biokulturelle Vielfalt, Klimaanpassung, Ernährungssouveränität, das ökologische Wissen indigener Gemeinschaften und pluralistische Forschungsansätze. Kassam arbeitet mit indigenen Gemeinschaften und lokalen Akteuren zusammen, insbesondere in Regionen, die bedeutende ökologische Veränderungen durchlaufen, darunter die zirkumpolare Arktis, boreale Waldgebiete Nordamerikas und Hochgebirgsregionen in Zentralasien.
Prof. Kassams Forschung und Lehre basieren auf dem Dienst an der Gemeinschaft – sie verbinden wissenschaftliche Arbeit mit ethischer Verantwortung. Dabei untersucht er, wie biologische und kulturelle Vielfalt sich gegenseitig stärken und so nachhaltige Lebensgrundlagen sichern.
Seine akademische Laufbahn ist geprägt von einem interdisziplinären Hintergrund: Nach einem Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der University of Calgary (1987) folgte ein MPhil in Islamwissenschaften an der University of Cambridge (1992), ein MSc an der London School of Economics (1993) und ein PhD an der Cornell University (2005). Seit 2007 ist er internationaler Professor an der Cornell University.
Die enge Verbindung zwischen Forschung und sozialer Verantwortung spiegelt sich auch in den Auszeichnungen von Prof. Kassam wider. Im Jahr 2020 wurde er Global Public Fellow am Einaudi Center der Cornell University und 2022 erhielt er den Kendall S. Carpenter Memorial Advising Award. Es folgten 2023 der Community-Engaged Practice and Innovation Award und die Ernennung zum Professor Honoris Causa an der American University of Central Asia. Im Jahr 2024 wurde er für seine Arbeit als Global Public Intellectual mit dem Freedom of Expression Fellowship ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt er den Career Achievement Award for International Impact von der University of Calgary für seine Forschung zu indigenem Wissen und angewandten Wissenschaften, die zu einer Methodik und Pädagogik der Hoffnung für die Klimakrise geführt hat. Außerdem wurde er für seinen Einsatz für den Frieden und die Rettung junger Flüchtlinge gewürdigt. Im Jahr 2025 erhielt Professor Kassam ein Stipendium für Archivforschungen zu den Grundlagen des Pluralismus am Helmrich Center for American Research in Tulsa, Oklahoma.