Am 22. April 2026 hielt Sascha Hach auf Einladung des Deutsch-Französischen Instituts (dfi) und europe direct Stuttgart einen Vortrag über die jüngste Geschichte und den heutigen Stand der deutschen und französischen Sicherheitspolitik. Vor über 60 Zuhörer*innen legte er die Entwicklung in beiden Staaten seit dem Zweiten Weltkrieg dar und zeigte auf, welche Potenziale und Perspektiven es für eine vertiefte Zusammenarbeit gibt.
Nach einer Einführung von dfi-Direktorin Isabell Hoffmann und einem Grußwort des Französischen Generalkonsuls in Stuttgart, Gaël de Maisonneuve, skizzierte Sascha Hach zunächst die unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen der letzten Jahrzehnte: Während Frankreich sich während des Kalten Kriegs – gestützt auch auf sein Nuklearwaffenarsenal – um eine Etablierung als unabhängige Balancemacht zwischen den Blöcken bemühte, entwickelte sich die deutsche Sicherheitspolitik primär im Rahmen von Bündnissen. Dies galt nicht zuletzt für die Beteiligung an Auslandseinsätzen, die gemäß dem nach 1945 entworfenen Selbstverständnis als Zivilmacht nur im Rahmen von Bündnisabsprachen durchgeführt wurden und der kollektiven Sicherheit bzw. Friedenssicherung dienten.
Der russische Überfall auf die Ukraine und die Wiederwahl Donald Trumps haben beiderseits des Rheins zu einem Politikwandel geführt, wie Hach im zweiten Teil seines Vortrags betonte. Trotz der geteilten Sicht auf Russland als Bedrohung für die Sicherheit Europas und die Bemühungen um eine stärkere Unabhängigkeit von den USA liegen Hindernisse zwischen einer vertieften deutsch-französischen – und europäischen Sicherheitskooperation vor, wie Hach ausführte: Beidseitige Konzessionen – sowohl in der deutschen Abhängigkeit von den USA oder im französischen Anspruch als „global player“ – könnten das Potenzial einer gewinnbringenden, gemeinsamen Sicherheitspolitik bergen, so sein Fazit.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Französischen Wochen im Großraum Stuttgart statt.