Nach Anschlägen werden Medien und soziale Netzwerke binnen Minuten zu zentralen Orten der Orientierung – und der Verunsicherung. Die Art der Berichterstattung und Kommunikation prägt entscheidend, wie Ereignisse eingeordnet werden: Stehen Täterinnen und Täter im Fokus oder die Perspektiven der Betroffenen? Wird ein Anschlag als Einzelfall oder als Ausdruck struktureller Probleme verstanden? Gerade in dieser frühen Phase entscheidet professionelle Krisenkommunikation darüber, ob Vertrauen entsteht, Panik vermieden und Stigmatisierungen entgegengewirkt wird – oder ob Gerüchte, Desinformation und falsche Verdächtigungen die öffentliche Wahrnehmung bestimmen.
Der Webtalk beleuchtet, wie Behörden, Medien und Redaktionen in den ersten Stunden nach einem Anschlag Verantwortung übernehmen können: Welche kommunikativen Entscheidungen sind zentral? Wie lässt sich transparent informieren, ohne Ermittlungen zu gefährden? Und welche Rolle spielen journalistische Faktenchecks dabei, falsche Narrative frühzeitig einzuordnen und ihre Verbreitung zu begrenzen?
Es diskutieren:
- Marcus da Gloria Martins (Leiter Staatsschutz im PP München)
- Sarah Thust (Journalistin bei der Faktencheck-Redaktion CORRECTIV)
Moderation: tba
Wann: 27. Januar 2026, 16–17:30 Uhr
Wo: Online via Zoom
Die RADIS-Webtalkreihe „Getroffene Orte – Lokale Strategien im Umgang mit islamistischer und rassistischer Gewalt“ bietet die Gelegenheit, mit Expert*innen aus Wissenschaft, Prävention und politischer Bildung ins Gespräch zu kommen. Sie wird vom RADIS-Team in Kooperation mit der bpb und ufuq.de im Rahmen des Projektes KN:IX connect organisiert.
Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Anmeldung finden sich auf der Veranstaltungswebsite.