Demokratieförderung in Zeiten der Autokratisierung

cover des Sonderheftes und Policy Brief aus dem Forschungsnetzwerk External Democracy Promotion

Sonderheft und Policy Brief aus dem Forschungsnetzwerk External Democracy Promotion

Forscher*innen des DFG-geförderten Netzwerks External Democracy Promotion (EDP), dem auch das PRIF angehört, haben ein Sonderheft der Zeitschrift Democratization veröffentlicht. Die Ausgabe geht der Frage nach, wie sich der globale Trend zur Autokratisierung in der Gegenwart auf Bemühungen zur Demokratieförderung auswirkt. Die Autor*innen befassen sich darüber hinaus mit autokratischen Akteuren, die zunehmend mit demokratischen Förderländern in Wettstreit treten. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des Sonderhefts bilden die Grundlage eines aktuellen Policy Briefs, der beim German Institute of Development and Sustainibility (IDOS) erschienen ist.

Zu den Autor*innen des Sonderhefts zählt Jonas Wolff, Ko-Koordinator des EDP-Netzwerks. Ein gemeinsam mit Julia Leininger und Karina Mross (beide IDOS) verfasster Beitrag untersucht, inwiefern an Demokratisierung beteiligte Regierungen ihre Außen- und Entwicklungspolitik an die veränderte politische Lage strategisch angepasst haben. Sie analysieren in ihrem Artikel „Strategic responses to autocratization in international democracy promotion“ mit Schweden, Großbritannien und den USA drei Staaten, die unterschiedliche Formen der Demokratieförderung praktizieren, und arbeiten die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der jeweiligen politischen Anpassung heraus. Diese resultieren, so ihr Fazit, aus der jeweiligen konzeptionellen Wahrnehmung der Autokratisierung, den zugrundeliegenden Demokratiekonzepten sowie den parteipolitischen Konstellationen innerhalb der Staaten.

Fallstudien zu Südosteuropa, dem post-sowjetischen Raum und Subsahara-Afrika erweitern den regionalen Untersuchungsbereich des Sonderheftes. Zugleich werden unterschiedliche Akteure der Demokratieförderung in den Blick genommen, wie zum Beispiel politische Stiftungen in Deutschland oder Regionalorganisationen der EU. Andere Beiträge widmen sich dem wachsenden Einfluss autokratischer Mächte, darunter besonders Russland und China. 

Die Herausgeberinnen Sonja Grimm, Brigitte Weiffen und Karina Mross ermitteln vier Strategien, mit der Förderstaaten auf die derzeitigen Autokratisierungsprozesse reagieren: Erstens ein abwartendes, beobachtendes „Weitermachen“, zweitens die Intensivierung pro-demokratischer Diplomatie, drittens die selektive Anpassung der außen- und demokratiepolitischen Konzepte, Strategien und Policies sowie viertens das deutliche Reduzieren des demokratiefördernden Engagements, wie es in den USA unter Donald Trump derzeit zu beobachten ist. Als Alternative zu einem solchen Rückzug betont das IDOS Policy Brief eine Reihe von Handlungsoptionen, um Demokratieförderung an den neuen Kontext anzupassen und die Glaubwürdigkeit demokratiefördernder Akteure zu stärken. 

Verfügbarkeit von Sonderheft und Policy Brief

Das Sonderheft Democracy Promotion in Times of Autocratization (in Teilen Open Access) sowie der IDOS Policy Brief 34/2025 “How Democracy Promoters Respond to Global Autocratisation” sind online verfügbar. 

Über das EDP-Netzwerk

Das EPD-Netzwerk vereint seit 2015 Politikwissenschaftler*innen aus Deutschland und Europa, die an der Schnittstelle von Internationalen Beziehungen und Vergleichender Politikwissenschaft forschen. Aktuelle Informationen, Beiträge und Kommentare zur Forschung des EDP-Netzwerks erscheinen regelmäßig auf dem EDP Wire.