Chinas Anpassung an Konfliktrisiken

Cover einer Ausgabe des Journal of Contemporary China in schwarzer und roter Farbe

Special Issue von PRIF-Projekt im Journal of Contemporary China

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungs­gemeinschaft (DFG) geförderten Projekts „Chinas Anpassung an Konflikt­risiken im Zeitalter der Belt-and-Road-Initiative“ hat Pascal Abb ein Special Issue des Journal of Contemporary China heraus­gegeben.

Das Special Issue setzt sich damit auseinander, wie China seine beträchtlichen wirtschaft­lichen Interessen in Hochrisiko­regionen schützt. Traditionell setzt die chinesische Außen­politik vor allem bei inner­staatlichen Konflikten auf das Prinzip der “Nichteinmischung” und sieht die Verantwortung zur Sicherung seiner Investitionen in Übersee klar auf Seiten der jeweiligen Gastgeber­länder. In den letzten Jahren wird aber auch vermehrt auf eigene Initiativen gesetzt, etwa durch Capacity Building im Bereich der inneren Sicherheit, Mediation oder den Einsatz privater Sicherheits­firmen. 

Die vier Artikel der Sonder­ausgabe untersuchen verschiedene Dimensionen dieser An­passung von Chinas Außen- und Sicherheits­politik. Zwei sind direkt aus dem DFG-Projekt am PRIF entstanden: in dem einleitenden Artikel “Managing Exposure: China’s Foreign Policy Adaptation to Overseas Conflict Risks” untersucht Pascal Abb, wie das Problem von Konflikt­risiken in China debattiert wird, welche Sicherungs­maßnahmen die chinesische Regierung als Reaktion ergriffen hat, und wie diese die Rolle des Landes als globaler Sicherheits­akteur prägen. Im Artikel „Embeddedness Under Fire: How Chinese Private Firms Navigate Conflict Risks in Northern Myanmar“ zeigt Yaolong Xian, wie chinesische Privat­unternehmen mit dem eskalierenden Bürger­krieg in Myanmar umgehen und legt dar, wie sich ihre Strategien vom Vorgehen der chinesischen Zentral­regierung unterscheiden. Beide Artikel sind per Open Access frei zugänglich.

Zudem konnten zwei Beiträge von herausragenden chinesischen ForscherInnen für das Special Issue gewonnen werden: in dem Artikel „A Risk-Averse Principal-Agent Framework: Private Security Companies in China’s Overseas Interest Protection“ setzen sich Chuchu Zhang, Yinuo Liu und Yixiong Huang mit der globalen Rolle von Chinas Sicherheitsfirmen auseinander. Enthalten ist ferner der Artikel „The Virtue of Bias? China’s Stakeholder Mediation in the Iran and North Korea Nuclear Crises“ von Xiaoyu Lu and Youqi Yu zu Chinas diplomatischen Vermittlungs­aktivitäten.

Das Projekt „Chinesische Anpassung an Konfliktrisiken in der Ära der Belt-and-Road-Initiative“ wird von Pascal Abb geleitet und ist eine Kooperation des PRIF mit den Shanghai Institutes of Inter­national Studies, der Organisation Saferworld sowie einer Reihe von Einzel­partner*innen. Es wird von der DFG für drei Jahre von 2023–2026 gefördert.