Im Gegensatz zu ähnlich großen Staaten zeichnet sich der globale Akteur EU durch ein ausgeprägt regelorientiertes Verhalten und eine starke Abneigung gegen Erzwingungsmacht, auch durch den Einsatz militärischer Instrumente, aus. Bei Entscheidungen in ihrer Außen- und Sicherheitspolitik herrscht das Konsensprinzip.
In der Forschung wird häufig über die Gründe für diese auffällige Verhalten gestritten. Anknüpfend an diese Diskurse erörtert Matthias Dembinski im neuen PRIF Working Paper No. 63, dass das äußere Verhalten der EU ihren inneren institutionellen Strukturen geschuldet ist. Um ihre Handlungsdefizite abzuschwächen, hat die EU seit Maastricht 1992 in immer stärkerem Maße Kompetenzen an internationale Bürokratien wie den Europäischen Auswärtigen Dienst delegiert, was wiederum das Verhalten der EU als globaler Akteur prägt. Dembinski setzt sich mit der Bürokratisierung der EU Außenpolitik auseinander und zeigt anhand einer Fallstudie zur Ukrainepolitik der EU den Charakter der EU als bürokratische Macht.
Download (PDF): Dembinski, Matthias (2024): Bureaucratic Power Europe, PRIF Working Papers No. 63, Frankfurt/M.