| 1991
Thränert, Oliver (1991): Einseitige Abrüstung?. Erfahrungen mit sowjetischen und amerikanischen Initiativen, Studien der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Band 25 .
ISBN: 3-593-34536-6
Die „Studien des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung“ erscheinen seit 1979 (ab 2017 bei Springer VS ). Die Beiträge der Reihe präsentieren, neben grundlegenden Forschungsergebnissen unserer Wissenschaftler*innen, Beiträge zum friedens- und sicherheitspolitischen Diskurs oder erscheinen als Begleitpublikationen zu den wissenschaftlichen Tagungen des Instituts. Die Studien unterliegen einem externen Gutachterverfahren.
Die sowjetische Aufrüstung auf See stellte seit Ende der sechziger Jahre die Seemacht USA vor eine neue Situation. Die Reaktionen in den USA, die Diskussionen und Entscheidungen zur Rüstung, Strategie und Rüstungskontrolle auf See sind Gegenstand dieser Studie. Erstmals werden die Seerüstungspolitik der USA und ihre "innenpolitischen" Voraussetzungen umfassend dargestellt und analysiert. Die Studie liefert über die zeitgeschichtliche Bestandsaufnahme hinaus einen Beitrag zur Theorie der Rüstungsdynamik und der Rüstungskontrolle. In politisch-praktischer Absicht richtet sich die Analyse auf die politischen und strategischen Rahmenbedingungen maritimer Rüstungskontrolle, eines Bereichs der Rüstungskontrolle, der in Zukunft wegen des Interesses der Sowjetunion an Aktualität und Bedeutung gewinnen wird.
Eine empirische Analyse finanzieller und ökonomischer Ausgangsbedingungen für Konversion in der Bundesrepublik Deutschland. Arbeit beim Militär und für seinen Bedarf; Arbeit, weil Streitkräfte existieren: gut fünf Prozent der Erwerbstätigkeit in der Bundesrepublik basieren auf militärischer Sicherheitspolitik und stehen folglich im Fall von Abrüstung grundsätzlich zur Disposition. Umfang, Struktur und Entwicklung dieses gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungseffekt im Zeitraum 1970 bis 1984 sind Thema der Studie. Erstmals wird auch die Beschäftigungswirkung ausgewiesen, die sich aus der Anwesenheit der NATO-Stationierungstruppen ergibt. Sie bilden eine strukturelle Erschwernis für die Erhaltung des Beschäftigungsniveaus bei Abrüstung.
Kein anderes sicherheitspolitisches Thema hat die Öffentlichkeit über die letzten Jahre derart heftig bewegt wie die Stationierung von neuen Mittelstreckenwaffen in der Bundesrepublik. Nachdem sich USA und Sowjetunion mit starren Verhandlungspositionen gegenüber standen, kamen die Fronten 1986 in Bewegung. Die doppelte Null-Lösung beseitigte erstmals in der Geschichte der Rüstungskontrolle eine ganze Kategorie modernster Nuklearwaffen. Die Studie analysiert die Geschichte der doppelten Null-Lösung von der SS20 über den NATO-Doppelbeschluß von 1979, die Stationierung der Pershing 1983, die Ereignisse nach dem Gipfeltreffen in Reykjavik 1986 bis zum Abschluß 1987. Besondere Berücksichtigung findet dabei die Rolle der Bundesrepublik Deutschlkand und das Wechselspiel zwischen Innenpolitik, transatlantischen und deutsch-sowjetischen Beziehungen.