Perspektiven für eine rasche Dekarbonisierung des deutschen Militärluftfahrtsektors

Fotografie zweier Flugzeuge der Bundeswehr vor wolkenverhangenem Himmel. Im Vordergrund die Transportmaschine Airbus A400M, dahinter zwei Kampfflugzeuge des Typs "Tornado".

In den letzten Jahren hat die Forschung begonnen, das Ausmaß der Emissionen des Militärs aufzuzeigen. Bislang gibt es jedoch nur begrenzte Erkenntnisse darüber, ob, wie und wie schnell das Militär und die es beliefernden Industrien dekarbonisiert werden können.

Dieses Projekt befasst sich mit einem einzelnen Aspekt der Dekarbonisierung des Militärs – der Militär­luftfahrt – und untersucht anhand einer Expert*innen­befragung empirisch die Aussichten und Heraus­forderungen im deutschen Kontext. Die Luft­fahrt ist wichtig, da sie einen großen Anteil an den Emissionen militärischer Operationen hat – in den Vereinigten Staaten sind es 70 Prozent – und es keinen klaren Weg zur voll­ständigen Dekarbonisierung des Luftfahrt­sektors gibt. Es gibt jedoch Möglich­keiten zur Emissions­reduzierung, wie z. B. nachhaltige Flugkraft­stoffe (SAF) und die Einführung von Kraftstoff sparenden Technologien, die zumindest rhetorisch vom Militär unterstützt werden. Darüber hinaus unterhält Deutsch­land im Gegen­satz zu anderen Bereichen der militärischen Produk­tion eine große Industrie, die sich auf die Herstellung von zivilen und militärischen Flug­zeugen konzentriert, was es uns ermöglicht, potenzielle Synergien und Kompromisse zwischen zivilen und militärischen Optionen zur Dekarbonisierung der Luft­fahrt zu untersuchen.

Unsere Leit­fragen lauten: Was sind die Hinder­nisse für die Dekarboni­sierung der Militär­luftfahrt? Sind diese Hinder­nisse in erster Linie auf die Kampf­bereitschaft, Kosten­bedenken, politische Zwänge, militärische Logistik­praktiken oder andere Faktoren zurückzu­führen? Darüber hinaus werden wir unter­suchen, ob und warum Techno­logien, die zur Reduzierung der Emissionen in der zivilen Luft­fahrt eingesetzt werden, auch zur Reduzierung der Emissionen in der Militär­luftfahrt genutzt werden. Der Umfang der Analyse umfasst Bemühungen zur Reduzierung der Emissionen bei der Herstellung von Flug­zeugen, zur Verringerung der Emissions­intensität der militärischen Luft­fahrt durch Kraftstoff­einsparungen oder Kraftstoff­umstellung sowie zur Erfüllung militärischer Ziele durch den Einsatz von weniger Luft­fahr­zeugen. Ideen zur Reduzierung der militärischen Emissionen durch die Ein­führung einer alternativen Gesamt­strategie für Deutsch­land sind wichtig, gehen jedoch über den Rahmen dieser Analyse hinaus.

Bild: Ein Airbus A400M und zwei Tornado-Kampfflugzeuge der Bundeswehr. Copyright: Bernardo Fernandez Copado via Flickr CC BY 2.0

Mitglieder

Mitarbeiter*innen

Patrick Flamm

Sidney Michelini