Das Forschungsgutachten „(Rechts-)Extremismus und Online-Games“ von modus |zad, an dem die PRIF-Forscher*innen Linda Schlegel, Lars Wiegold und Constantin Winkler mitwirken, wird am 10. Dezember im Rahmen einer Launch-Veranstaltung veröffentlicht. Das Gutachten beschäftigt sich mit Extremismus in digitalen Gaming-Räumen.
Seit dem rechtsextremen Terroranschlag in Halle (Saale) im Jahr 2019 diskutieren Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft in Deutschland verstärkt über mögliche Verbindungslinien zwischen Rechtsextremismus und Gaming. Auch im internationalen Kontext hat die Debatte zugenommen, weil Anschläge wie in Christchurch (Neuseeland) Bezüge zu Gaming aufwiesen und erste Forschungsergebnisse zeigten, dass rechtsextreme Inhalte in digitalen Gaming-Räumen verbreitet und teilweise normalisiert werden. Befragungen von Gamer*innen zeigen, dass sich viele Spielende rechtsextremen Inhalten, Hass, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie Rassismus beim Online-Gaming ausgesetzt sehen.
Das aktuelle Forschungsgutachten „(Rechts-)Extremismus und Online-Games“, durchgeführt von modus | zad (Modus – Zentrum für angewandte Deradikalisierungsforschung) im Auftrag der BLM, in deren Zuständigkeitsbereich im Jugend- und Nutzerschutz auch Online-Spiele fallen, und des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, widmet sich daher v.a. der Frage, was heute über rechtsextreme Aktivitäten mit Gaming-Bezug bekannt ist. Es erläutert, wie extremistische Narrative in digitalen Gaming-Welten verbreitet werden und diskutiert kritisch mögliche Einflüsse von Gaming-Inhalten auf Radikalisierungsprozesse.
Das Gutachten beleuchtet außerdem, welche Präventions- und Interventionsmöglichkeiten gegen Extremismus der Gaming-Bereich bietet und zeichnet neue Chancen für Radikalisierungsprävention, politische Bildung, Demokratiebildung, Jugendmedienschutz und Medienpädagogik nach.
Auf der Fachveranstaltung werden wesentliche Ergebnisse des Gutachtens präsentiert und mit Expert*innen aus Wissenschaft, Medienaufsicht und Games-Branche diskutiert. Ziel: Gemeinsam Lösungsansätze für die Praxis entwickeln. Linda Schlegel, Lars Wiegold und Constantin Winkler werden im Rahmen der Veranstaltung gemeinsam mit Vivienne Ohlenforst das Forschungsgutachten vorstellen und Publikumsfragen beantworten. Das Forschungsgutachten und die daraus hervorgehenden Impulse und Ansätze sind ein wichtiger Beitrag der BLM und aller Beteiligten gegen Hass, Hetze und Extremismus aller Art im Netz.
Wann: 10. Dezember, 10:00–13:45 Uhr
Wo: München
Die Veranstaltung ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden sich auf der Website von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.