Wie KI die globale Sicherheit beeinflusst

Neuer CNTR Monitor zu Technologie und Rüstungskontrolle erscheint am 6.11.2025

Frankfurt am Main, 3.11.2025: Autonome Waffensysteme, KI-gestützte Verifikation von Waffenstillstands-Abkommen, geopolitischer Wettlauf um Rechenkapazitäten – Künstliche Intelligenz verändert sicherheitspolitische Realitäten. Doch der gegenwärtige Hype erschwert oft die Einschätzung tatsächlicher Chancen und Bedrohungen. Der CNTR Monitor 2025, eine neue Publikation von Forschenden des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung sowie der Universitäten Darmstadt und Gießen, richtet den Blick auf Gegenwart und nahe Zukunft. Anstelle von langfristigen Weltuntergangsszenarien stellt er dar, wie KI in bestehenden Systemen zum Tragen kommt und warum wir neue Ansätze zur Regulierung brauchen.

Der gegenwärtige Boom der künstlichen Intelligenz könnte erhebliche Auswirkungen auf die globale Sicherheit haben. So kommen KI-gestützte Anwendungen bereits jetzt im Kriegsgeschehen zum Einsatz. Sie können beispielsweise militärische Ziele finden und auswählen oder auch Missionsplanung und Logistik unterstützen. Aber auch in andere Bereiche, wie Biotechnologie und Chemie, hat KI Einzug gehalten. Sie unterstützt dort die Entdeckung und Synthese neuer Moleküle und kann sogar autonom Experimente durchführen. Dual-Use-Forschung in diesem Bereich kann zu vereinfachten Wegen zu Chemie- und Biowaffen führen. KI kann also destabilisierende Effekte haben, indem sie das Kampfgeschehen beschleunigt und Missbrauchspotenzial für böswillige Akteure bietet.

Doch künstliche Intelligenz bietet auch Chancen. Etwa in der Verifikation von Rüstungskontrollabkommen könnte sie dazu dienen, große Datenmengen auszuwerten und die Maßnahmen damit effektiver zu machen.

Schließlich wird künstliche Intelligenz selbst zum Gegenstand möglicher Konflikte, beispielsweise um die Ressourcen, die zur Herstellung der entsprechenden Chips benötigt werden. Der geopolitische Wettlauf um die KI-Vorherrschaft schafft neue strategische Abhängigkeiten. 

Der CNTR Monitor 2025 widmet sich daher dem Schwerpunktthema „Neue Realitäten in der globalen Sicherheit durch KI“. „Die Diskussionen um KI sind oft dominiert von düsteren Zukunftsszenarien von vollautomatisierten Kriegen“, erklärt Prof. Malte Göttsche, Co-Herausgeber des CNTR Monitor. „Stattdessen richten wir den Blick auf bereits implementierte oder kurz bevorstehende Technologien. Die Analyse verbinden wir mit konkreten Handlungsempfehlungen an Politik, Fachpraxis und die wissenschaftliche Community.“

Darüber hinaus analysiert die Publikation ausgewählte aktuelle Technologietrends und analysiert deren Auswirkungen auf die globale Sicherheit. Themen dieser Ausgabe sind u. a. neue Reaktortechnologien, Dual-Use-Risiken in der Biotechnologie wie Forschung am sog. Spiegelleben und DNA-Synthese, aktuelle Entwicklungen im Drohnenbereich und eine vergleichende Analyse der Technologiepräferenzen verschiedener Staaten.

Die neue Ausgabe des CNTR Monitor – Technologie und Rüstungskontrolle erscheint am 6. November 2025. Der CNTR Monitor ist die jährliche Publikation des Clusters Natur- und Technikwissenschaftliche Rüstungskontrollforschung (CNTR) und ist auf der Website von CNTR frei zugänglich. Er beinhaltet naturwissenschaftlich-technisch fundierte Erklärungen zu aktuellen Trends und Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Rüstungskontrolle.

Kontakt

Elisabeth Waczek, Referentin für Wissenstransfer
PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung
Telefon: +49 69 959104-65 | E-Mail: waczek(at)prif.org

Zum aktuellen CNTR Monitor

Der CNTR Monitor – Technologie und Rüstungskontrolle 2025 steht unter dem Titel „Neue Realitäten in der globalen Sicherheit durch KI“ und kann ab 6. November 2025 unter https://monitor.cntrarmscontrol.org gelesen werden. Gerne stellen wir Ihnen auf Anfrage ein digitales Vorab-Exemplar zur Verfügung.
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