Frankfurt am Main, 15. Juli 2026. Heute erscheint im Reclam-Verlag das neue Buch von Hendrik Simon „Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen“. Darin argumentiert der preisgekrönte Autor, der am PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung und der Goethe-Universität Frankfurt tätig ist, dass das Völkerrecht seine normative Kraft bis heute nicht verloren hat. Der Politikwissenschaftler und Historiker erklärt, warum das Völkerrecht weiterhin einen wichtigen Schutzschild gegen die Willkür mächtiger Staaten darstellt.
Die jüngsten Angriffskriege – von der Ukraine bis Iran – und neuen geopolitischen Rivalitäten stellen die Bedeutung des Völkerrechts und die regelbasierte internationale Ordnung infrage. Hendrik Simon geht in seiner neuesten Publikation der Frage nach, ob Kriege in der Folge heute als legitimes politisches Mittel akzeptiert werden. Der Friedens- und Konfliktforscher zeichnet die Geschichte des Völkerrechts gegen den Krieg von der Antike bis zur Gegenwart nach.
Simon kommt zu dem Ergebnis, dass das Völkerrecht und die regelbasierte internationale Ordnung derzeit zwar unter Druck stehen, sieht darin aber keinen Sonderfall, wie er ausführt:„Historisch betrachtet ist das eher der Normalfall. Das Völkerrecht stand immer unter Druck. Seine normative Kraft, zwischen legitimer und illegitimer Gewalt zu unterscheiden, hat es dennoch bis heute nicht verloren.“ Krieg war stets und ist immer noch rechtfertigungsbedürftig.
Anhand einer breit angelegten Analyse von Kriegsdiskursen von Thukydides bis Trump knüpft Simon an seine preisgekrönte Forschung zum „Mythos vom freien Recht zum Krieg“ an und stellt diese in einen breiteren historischen und globalen Rahmen. Seine zentrale These: Krieg war zu keiner Zeit einfach legitim. Gerade deshalb, so Simon, bleibt das Völkerrecht auch in Zeiten wachsender globaler Spannungen unverzichtbar: „Das Völkerrecht gilt – und wir sollten alles daransetzen, dass das auch so bleibt.“
Zur Monografie „Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen“
Simon, Hendrik (2026): Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen. Reclam. ISBN: 978-3-15-011602-9. https://www.reclam.de/produktdetail/das-recht-der-gewalt-warum-waffen-allein-keinen-frieden-schaffen-9783150116029
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Über den Autor
Dr. Hendrik Simon ist assoziierter Forscher am Programmbereich Internationale Institutionen des PRIF. Er ist zudem Principal Investigator und Themenfeldkoordinator am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt an der Goethe-Universität Frankfurt. Hendrik Simon forscht zu Normen in der internationalen Politik und der Rolle des Völkerrechts in Geschichte und Gegenwart, wobei er insbesondere untersucht, welche Rolle internationale Normen bei der Rechtfertigung von Kriegen spielen. Für seine Dissertationsschrift „A Century of Anarchy“ wurde er mit dem Jost-Delbrück- und dem Helmuth-James-von-Moltke-Preis ausgezeichnet.
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Über das PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung
Das PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung ist eines der führenden Friedensforschungsinstitute in Europa. Es wurde 1970 als eine vom Land Hessen und Bund geförderte Stiftung öffentlichen Rechts gegründet. Ziel des Instituts ist es, die Ursachen internationaler und innerstaatlicher Konflikte zu analysieren und Lösungen zu entwickeln. Das Institut ist in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsverbünden aktiv. Seit 2009 ist das PRIF Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das PRIF verbindet interdisziplinäre Grundlagenforschung mit dem Transfer von Wissen in Politik, Medien und Gesellschaft.
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