Jubiläumssymposium für Dieter Senghaas: Weltfriedenspolitik heute

Podiumsdiskussion mit Antonia Witt

Wie Gewalt­konflikte verregelt, Rüstungs­dynamiken eingehegt, kulturelle Unter­schiede über­brückt und sozio­ökonomische Ungleich­heiten einge­dämmt werden können, scheint angesichts neuer Kriege, neuer Groß­mächte­konstellationen und neuer anti­liberaler, nationalistischer Projekte nicht mehr so klar zu sein, wie das noch in Zeiten der Ost-West-Konfrontation oder in der liberalen Hoch­phase der 1990er Jahre der Fall war. Die Ansprüche, Welt­probleme kooperativ und im Rahmen von inter­nationalen Organisationen und Abkommen zu lösen, werden heutzu­tage nicht einmal mehr in liberalen Demo­kratien ernst genommen und verteidigt. Stattdessen beschädigen rechts­populistische und nationalis­tische Parteien die Werte von Freiheit und Gleich­heit selbst. Infolge­dessen finden sich in der inter­nationalen Politik kaum noch demo­kratische Allianzen, um sich auto­kratischen Herrschafts­ansprüchen zu wider­setzen. Derzeit scheint völlig unklar, wie sich unter diesen Bedingungen global formulierte Ansprüche auf Gerechtig­keit, Solidarität und nach­haltige Entwicklung auf friedvolle Art und Weise über­haupt umsetzen lassen.

Anlässlich des 85. Geburts­tags von Dieter Seng­haas würdigen das Institut für Inter­kulturelle und Inter­nationale Studien (InIIS) und die Deutsche Stiftung Friedens­forschung (DSF) das Leben und Werk eines der inter­national bekanntesten und geachteten Friedens- und Konflikt­forschers, der seit 1978 an der Universi­tät Bremen lehrt und forscht. Im Mittel­punkt des Jubiläums­symposiums steht die Aus­einander­setzung mit einigen der Schlüssel­fragen im Werk des heraus­ragenden Wissen­schaft­lers. Die Veranstaltung nimmt vor allem die Dynamik von militärischen, politischen und öko­nomischen Hierarchien in der Welt­gesell­schaft in den Blick und fragt nach der Fähig­keit der bestehenden politischen Organi­sationen, jahr­zehnte­lang gewachsene Konflikt­dynamiken zu bewältigen und ein fried­liches, kooperatives Zusammen­leben in Zeiten von politischen und ökologischen Umwälz­ungen zu ermöglichen.

Die Senghaas Lecture 2025 hält Anna Katharina Hornidge (IDOS, Bonn) unter dem Titel „Auto­zentrierte Ent­wicklung. Friedens­politik im 21. Jahr­hundert?“. Antonia Witt beschließt gemein­sam mit Michael Zürn (Wissenschafts­zentrum Berlin für Sozial­forschung) und Martin Nonhoff (Universität Bremen, InIIS) die Veranstaltung mit einer Podiums­diskussion zur Frage „Was kann Europa von der Welt lernen?“.

Das vollständige Programm sowie weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich auf der Webseite der Universität Bremen.

Wann: 5. September 2025, 11–17 Uhr mit anschließendem Empfang
Wo: Universität Bremen, Forum am Domshof (Domshof 26), 28199 Bremen